Zeitplan steht
Bund rechnet mit Tornado-Ausfällen

Nachdem das Verfassungsgericht den Eilantrag gegen die Tornado-Entsendung abgelehnt hat, will Verteidigungsminister Jung die deutschen Tornados nun schon in der ersten Aprilhälfte dem Nato-Kommando unterstellen. Laut Medienberichten ist es allerdings um die Zuverlässigkeit der Flugzeuge schlechter bestellt, als gewünscht.

HB BERLIN. Die Bundeswehr rechnet nach einem Magazin-Bericht mit technischen Ausfällen beim Einsatz der Bundeswehr-Tornados in Afghanistan. Am Montag sollten zehn Maschinen und damit vier mehr als vom Bundestag beschlossen in Richtung Afghanistan abfliegen, berichtete der „Spiegel“ am Samstag vorab. Der Grund sei die Sorge, dass mehrere Maschinen aus technischen Gründen die Reise nicht schaffen könnten.

In Afghanistan könnten zunächst höchstens vier Maschinen eingesetzt werden, hieß es weiter. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums konnte keine Angaben dazu machen, ob sechs oder zehn Maschinen für den Einsatz am Hindukusch aus Deutschland abfliegen werden. Der Sprecher erklärte, die Tornados würden als sehr zuverlässig gelten.

Der Bundestag hatte am 9. März mit breiter Mehrheit die Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes beschlossen. Demnach sollen sechs Tornado-Aufklärungsflugzeuge und bis zu 500 zusätzliche deutsche Soldaten nach Afghanistan entsandt werden. Die Jets sollen auf Anforderung der Nato Aufklärungsfotos aus ganz Afghanistan liefern und damit den Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban unterstützen. Am Montag starten die Tornados vom Luftwaffenstützpunkt Jagel.

Noch am Freitag hatte das Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag der Linksfraktion gegen den Einsatz abgelehnt und zugleich bereits für den 18. April eine Verhandlung über die ebenfalls eingelegte Organklage angekündigt. „Wir nehmen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts mit Respekt zur Kenntnis“, sagte Jung der „Welt am Sonntag“. „Wir haben durch die Mehrheit des Deutschen Bundestages, auf Grundlage eines Antrages der Bundesregierung einen Auftrag, den wir ausführen“, sagte Jung. „Wir bleiben im Plan: am 2. April Verlegung, am 9. April Unterstellung der Flugzeuge unter die Nato.“

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