Zeitungsbericht
USA bezahlten irakische Geistliche für Propaganda

Die USA haben einem Zeitungsbericht zufolge nicht nur irakische Journalisten für Propagandahilfe bezahlt, sondern auch Geistliche. Diese hätten US-Kommandeure im Irak beraten und Papiere über Kampagnen geliefert.

HB WASHINGTON. Wie die „New York Times“ berichtete, lief das Programm über dieselbe Washingtoner Firma, die vom US-Ministerium auch mit der Verbreitung von positiven Nachrichten über die Fortschritte im Irak in irakischen Medien beauftragt worden war. Danach wurde das Unternehmen Anfang 2005 angewiesen, sunnitische Geistliche zu finden, die dem US-Militär bei der Vermittlung von „Botschaften“ an die sunnitische Bevölkerung helfen könnten. Dabei sei es insbesondere darum gegangen, Sunniten in der von Gewalt erschütterten Provinz Anbar zu einer Beteiligung an den nationalen Wahlen und zu einer Absage an die Aufständischen zu bewegen.

Tatsächlich seien drei bis vier religiöse Führungspersönlichkeiten für diese Aufgabe gewonnen worden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf gegenwärtige und frühere Angestellte der beauftragten Firma Lincoln Group weiter. Sie hätten US-Kommandeure im Irak beraten und Papiere über Propagandakampagnen geliefert.

Wie viel Geld an die muslimischen Geistlichen gezahlt wurde, ist der Zeitung zufolge nicht klar. Nach Medienberichten hat das Pentagon insgesamt dutzende Millionen Dollar für sein Programm zur Verbreitung positiver Nachrichten im Irak ausgegeben, zu dem auch die Zusammenarbeit mit den Geistlichen gehören soll. Das US-Militär hatte bestätigt, dass es ein Projekt „zur Aufklärung der irakischen Öffentlichkeit“ durch irakische Medien gebe, in dessen Zuge auch Journalisten bezahlt worden seien.

Der irakische Industrieminister Osama al-Nadschafi hat am Montag im Osten Bagdads unversehrt einen Bombenanschlag auf seine Autokolonne überstanden. Nach Angaben von Augenzeugen wurde einer seiner Leibwächter verletzt und eines der Fahrzeuge beschädigt. Das Fahrzeug des Ministers sei unbeschädigt geblieben.

Bei einem Selbstmordanschlag nördlich der irakischen Hauptstadt kamen am Montag fünf Polizeischüler und der Attentäter ums Leben. Nach Augenzeugenberichten sprengte sich ein Mann in die Luft, als der Bus mit den angehenden Polizisten auf der Strecke Bakuba-Suleimania anhielt. In Bakuba, 80 Kilomter nordöstlich der Hauptstadt Bagdad, wurde ein Polizist von Unbekannten erschossen.

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