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Zensur wegen Parteitag: China schaltet Google großflächig ab

China hat Google erstmals nahezu komplett gesperrt. Während des Parteitages der Kommunistischen Partei am Freitag waren die Suchmaschine und Dienste des Konzerns nicht erreichbar. Am Samstag liefen sie nur teilweise.

Großflächig abgeschaltet: Google in China Quelle: ap
Großflächig abgeschaltet: Google in China Quelle: ap

PekingNach Facebook und Twitter jetzt auch Google: Im Rahmen der massiven Zensurmaßnahmen wegen des Parteitages hat die Führung der Kommunistischen Partei erstmals den Zugang zu Google-Diensten im chinesischen Internet weitgehend gesperrt. Der Internetbeobachtungsdienst greatfire.org bestätigte, dass die Suchmaschine und andere Dienste wie Gmail oder Maps von Freitagnachmittag bis Samstag nicht erreichbar waren.

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Auch Tunneldienste, die ungefilterten Zugang zu Informationen aus dem Ausland ermöglichen, wurden attackiert und lahmgelegt.

China

Nie zuvor waren nach Expertenangaben so viele Menschen von der Blockade eines Webdienstes betroffen. Nach Angaben von Google brach der Verkehr am späteren Freitag ein. „Wir haben es überprüft, aber auf unserer Seite gab es keine Probleme“, teilte das Unternehmen in Peking mit.

Im Laufe des Samstag lief Google in China nur teilweise wieder. Vor allem der Maildienst Gmail schien weitgehend geblockt. Auch internationale Tunneldienste, mit denen die „Große Firewall“ in China umgangen werden kann, leiden seit Tagen unter schweren Cyber-Attacken. Viele dieser Verbindungen funktionieren nicht mehr.

 

Die bislang beispiellosen Filter und Kontrollen haben die ohnehin langsame Geschwindigkeit des Internets in China noch weiter gebremst, was auch die Arbeit von Unternehmen schwer beeinträchtigte. Soziale Netze wie Facebook und Twitter sowie YouTube sind in China bereits seit Jahren geblockt.

Google hatte 2010 seine Server nach Hongkong verlagert, um seine Suchergebnisse nicht mehr selber zensieren zu müssen. Zwar ist die größte Suchmaschine in China heute Baidu, doch nutzen Millionen der mehr als 500 Millionen Nutzer weiter Google und Gmail.

  • 10.11.2012, 15:01 Uhrkarstenberwanger

    Das zum Thema Vorzeigenation und wirtschaftsmacht....die sitzen auf einem Pulverfass und zwar auf einem absolut katastrophalen.

  • 10.11.2012, 12:12 Uhrwahrheit29

    Kann ein Land, dass die Freiheiten ihrer Bürger und die Technologien des 21.Jahrhundert derart mit Füßen tritt zur wirtschaftlichen größte Macht der Erde aufsteigen? Das kann nicht funktionieren und es wird intern im Reich des Drachen noch gewaltig krachen.

  • 10.11.2012, 10:54 Uhrhafnersp

    Diese (offenbar temporäre) Zensur ist bestimmt viel schlimmer als das (unbefristete) Abschalten der iranischen Fernseh-Sendern in der EU(dSSR)! Was für ein übler totalitärer sozialistischer Staat!

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