Zentralafrika

Der schlimmste Ort für Kinder

In der Zentralafrikanischen Republik herrscht ein brüchiger Frieden. Die Kinder im zweitärmsten Land der Welt leiden besonders. Eine Geberkonferenz der EU soll dem Staat wieder auf die Beine helfen.
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Schüler einer Klasse der «Saint François»-Grundschule sitzen in Bangui in ihrem Klassenzimmer. Der Raum wurde während Kämpfen in den vergangenen Jahren beschädigt. Quelle: dpa
Schüler in der Zentralafrikanischen Republik

Schüler einer Klasse der «Saint François»-Grundschule sitzen in Bangui in ihrem Klassenzimmer. Der Raum wurde während Kämpfen in den vergangenen Jahren beschädigt.

(Foto: dpa)

BanguiRund 120 Schüler drängen sich in einer Grundschule in der Zentralafrikanischen Republik im Klassenzimmer – etwa sechs pro normaler Bank. Doch die Kinder in der „Combattant“-Schule der Hauptstadt Bangui haben es gut: Das Klassenzimmer hat richtige Wände, und es gibt sogar einen Lehrer, der der Kinderschar etwas beizubringen versucht.

Rund ein Drittel aller Kinder gehen in dem Land gar nicht zur Schule, etwa weil die Familien vertrieben wurden, die Schulen zerstört sind oder weil es keine Lehrer mehr gibt. Fast jedes siebte Kind stirbt Unicef zufolge ohnehin noch vor dem fünften Geburtstag – eine der höchsten Sterblichkeitsquoten weltweit.

„Dies ist einer der schlimmsten Orte der Welt, um ein Kind zu sein“, erklärt Speciose Hakizimana, der stellvertretende Landesdirektor des Uno-Kinderhilfswerks. Die Zentralafrikanische Republik ist trotz reicher Vorkommen an Diamanten, Gold und tropischen Hölzern einem UN-Index zufolge das zweitärmste Land der Welt. Um dem Krisenstaat wieder auf die Beine zu helfen, hat die EU für diesen Donnerstag zu einer Geberkonferenz nach Brüssel geladen.

Zusammen mit Weltbank, Vereinten Nationen und anderen Geberländern soll die Finanzierung eines Plans zum Wiederaufbau des Landes beschlossen werden. Es „braucht mehr und langfristigere Zusagen für humanitäre Hilfe, damit sich das Land erholen kann“, fordert der Landesdirektor der Hilfsorganisation Oxfam, Ferran Puig.

Die Kinder in der „Combattant“-Schule verstehen nichts von Bürgerkrieg, Politik und Geberkonferenzen. Viele sind Binnenflüchtlinge, manche leben in Lagern. Die meisten sind etwa acht Jahre alt. Sie träumen von einer Zukunft jenseits der Armut, von einem Leben in einem Land, in dem Frieden herrscht.

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