Zentralafrika
Rebellen überfallen Flüchtlingslager

Seit einem Putsch 2013 kämpfen in der Zentralafrikanischen Republik Rebellen gegen Anhänger des ehemaligen Präsidenten. Die Gewalt trieb Hunderttausende in Lager. Nun treibt ein Angriff sie auch dort in die Flucht.

BanguiEine tödliche Rebellenattacke auf ein Flüchtlingslager in der Zentralafrikanischen Republik hat mindestens 5000 Insassen in die Flucht getrieben. Der Gewaltausbruch ereignete sich in der im Norden gelegenen Stadt Batangafo, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwoch mitteilte.

Laut einem vorläufigen Bericht töteten muslimische Rebellen in einem Camp fünf Menschen. Damit übten sie Vergeltung für zwei junge Muslime, die dort zuvor ermordet worden sein sollen. Der stellvertretende UNHCR-Vertreter in der Zentralafrikanischen Republik, Charles Mballa, sprach von „schrecklichen Taten.“

Vor den für Ende Dezember geplanten Wahlen sind die Spannungen enorm gestiegen. Hintergrund sind ein Putsch islamischer Seleka-Rebellen, nach dem sich 2013 als Gegenkraft die christliche Anti-Balaka-Miliz gebildet hatte.

Das Land wurde von religiös motivierten Gräueltaten erschüttert, für die beide Seiten verantwortlich gemacht werden. Der Konflikt in einem der am wenigsten entwickelten Länder Afrikas soll mindestens 5000 Menschen das Leben gekostet haben, rund 860.000 Menschen sind aus ihren Häusern geflohen.

Papst Franziskus wird Ende November in der Hauptstadt Bangui erwartet. Im Vorfeld erklärte er, er wolle in der „geplagten und gebeutelten Nation“ für Gnade werben.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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