Zentralafrika
Tausende protestieren gegen französisches Militär

Französische Soldaten haben in Zentralafrika drei Séléka-Rebellen getötet. Daraufhin protestierten mehrere tausend Demonstranten friedlich gegen die Militärpräsenz.
  • 1

BanguiMehrere tausend Anhänger des früheren Rebellenbündnisses Séléka in der Zentralafrikanischen Republik haben gegen die französische Militärpräsenz in dem Land protestiert. Die Demonstranten versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Bangui und marschierten friedlich auf einer Hauptstraße zu einem muslimischen Viertel, wie ein Videoreporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Wenige Stunden vor dem Protest waren drei Séléka-Kämpfer bei einem Gefecht mit französischen Soldaten getötet worden. Die Soldaten sollten nach übereinstimmenden Angaben Kämpfer entwaffnen. Der französische Generalstab machte keine Angaben zu dem Vorfall.

Die mehrheitlich muslimischen Demonstrationsteilnehmer riefen: "Frankreich nein!" und nannten Frankreichs Präsident François Hollande einen "Verbrecher". Zuvor hatte es in Bangui bereits eine kleine antifranzösische Demonstration mit mehreren dutzend Teilnehmern gegeben. Die Demonstranten versperrten eine Straße, die zum Flughafen führt. Sie wurden von kongolesischen Polizisten der afrikanischen Truppe MISCA auseinandergetrieben.

Derzeit ist Frankreich mit 1600 Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz, um gemeinsam mit der MISCA der Gewalt in dem Krisenstaat ein Ende zu bereiten.

In dem Land herrscht Chaos, seit das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Séléka im März Staatschef François Bozizé stürzte. Rebellenchef Michel Djotodia wurde Übergangspräsident und löste die Séléka auf, die Gewalt zwischen Muslimen und Christen hält aber unvermindert an.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zentralafrika: Tausende protestieren gegen französisches Militär"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wo gehobelt wird, fallen Späne.

    Französische Soldaten sind keine Streetworker.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%