Zentralafrikanische Republik
UN-Sicherheitsrat verurteilt Machtübernahme

In der Zentralafrikanischen Republik hat die Rebellengruppe Seleka die Regierung gestürzt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt das Vorgehen der Rebellen, deren Führer die Verfassung aus Kraft setzen will.
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New York/Addis Abeba/BanguiDer UN-Sicherheitsrat hat die Machtübernahme der Rebellengruppe Seleka in der Zentralafrikanischen Republik verurteilt. Der Sicherheitsrat werde die Entwicklung in dem Land weiter genau verfolgen und gegebenenfalls weitere Schritte überlegen, hieß es in der am Montag in New York veröffentlichten Erklärung.

Rebellenführer Michel Djotodia kündigte nach Angaben des französischen Senders RFI an, die Verfassung des Landes außer Kraft zu setzen und das Parlament aufzulösen. Der Anwalt und Menschenrechtler Nicolas Tiangaye soll nach Djotodias Wünschen Premierminister bleiben. Der 56 Jahre alte ehemalige Oppositionspolitiker war nach Friedensgesprächen mit der Regierung Mitte Januar von den Rebellen für das Amt bestimmt worden. Er wolle innerhalb von drei Jahren demokratische Wahlen ausrichten und den gebeutelten Staat zum Frieden führen, erklärte Djotodia.

Die Afrikanische Union (AU) kritisierte den Umsturz scharf und legte die Mitgliedschaft des Landes auf Eis. Zudem sprach die Staatengemeinschaft Sanktionen aus.

Das gestürzte Staatsoberhaupt François Bozizé ist unterdessen mit einigen Familienmitgliedern ins benachbarte Kamerun geflohen. „Ja, er ist im Land, in Batouri“, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Batouri liegt im Osten Kameruns an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik.

Bei dem Einmarsch des Rebellenbündnisses Seleka („Allianz“) in Bangui war es am Freitag und Samstag zu schweren Kämpfen mit regierungsfreundlichen Truppen gekommen. Dabei seien auch 13 südafrikanische Soldaten getötet worden, teilte die Regierung in Pretoria mit. Weitere 27 wurden verletzt, erklärte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma. Ein Mann werde noch vermisst.

„Südafrika lehnt jeden Versuch ab, die Macht mit Gewalt an sich zu reißen“, erklärte Zuma. „Wir werden deshalb Sanktionen und andere Maßnahmen gegen die Verantwortlichen für einen verfassungswidrigen Regierungswechsel unterstützen.“

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