Zentralbank China will Europa in der Krise beistehen

Europa kann auf Hilfe von China in der Schuldenkrise hoffen. Nach Ministerpräsident Wen Jiabao hat nun auch die chinesische Zentralbank erklärt, den Europäern beistehen zu wollen.
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Auf Werbetour für den Euro

PekingNach der Regierung in Peking hat auch die chinesische Zentralbank ihre Bereitschaft für ein stärkeres Engagement im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise bekräftigt. China werde über den Internationalen Währungsfonds und den Euro-Rettungsschirm EFSF eine größere Rolle bei der Lösung der Probleme in Europa spielen, sagte Zentralbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan am Mittwoch anlässlich des EU-China-Gipfels in Peking. Zudem unterstütze die chinesische Notenbank die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihren Bemühungen zur Eindämmung der Schuldenkrise.

Zugleich bekräftigte Zhou seine Überzeugung, dass die Staats- und Regierungschefs in Europa die Schuldenprobleme in den Griff bekommen würden. Als Beispiel führte er den jüngst vereinbarten Fiskalpakt an, der die Haushaltsdisziplin erheblich verbessern werde. Der Vertrag sei ein großer Schritt hin zu einer Wirtschafts- und Fiskalunion.

Europa ist auf die Hilfe Chinas in der Schuldenkrise vielleicht nicht unbedingt angewiesen, könnte diese aber mehr als gut gebrauchen. Quelle: dapd

Europa ist auf die Hilfe Chinas in der Schuldenkrise vielleicht nicht unbedingt angewiesen, könnte diese aber mehr als gut gebrauchen.

(Foto: dapd)

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte Europa zuvor Hilfe bei der Lösung der Schuldenkrise zugesichert. „China ist bereit, sich an der Lösung der Schuldenprobleme Europas zu beteiligen“, hatte Wen zu Beginn des China-EU-Gipfels in Peking gesagt. Wie diese konkret aussehen soll, ließ er aber offen. Anfang Februar hatte er jedoch eine Beteiligung Chinas über den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder an Rettungspaketen in Aussicht gestellt.

Der Gipfel, an dem auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso teilnehmen, steht unter dem Eindruck der Schuldenkrise in der Eurozone, über die sich der wichtige Handelspartner China zunehmend besorgt zeigt. Barroso sagte bei dem Treffen in Peking, die EU werde weiterhin alles tun, um das Vertrauen wiederherzustellen.

Am Montag hatte der chinesische Staatsfonds CIC erklärt, er wolle zwar in europäische Firmen investieren, jedoch nicht in europäische Staatsanleihen. China besitzt die weltweit größten Devisenreserven. Das kommunistische Land hat mehrfach seine prinzipielle Bereitschaft zu Hilfen signalisiert, hat aber auch stets betont, dass Europa zunächst selbst aktiv werden müsse, um die Schuldenkrise beizulegen.

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11 Kommentare zu "Zentralbank: China will Europa in Schuldenkrise nicht hängen lassen"

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  • Merkels Reise war nicht umsonst und das trägt nun die ersten kleinen Früchte, es zeigt das hier hart diplomatisch gearbeitet wurde und es wohl als Zeichen Chinas zu sehen ist, das die EU geschätzt wird und wir hier einen kleinen Weg beschritten haben, näher mit China zu wirtschaften und zu kommunizieren.

  • Anonymer Benutzer: konstruktiv.
    Fehlt noch der beliebte Satz der Alternativlosigkeit der Aussage: Deutschland ist der größte Gewinner dieses Eurogemetzels!!!!
    Mein Gott!
    Es gibt tatsächlich noch immer Träumer!
    Bis Ende 2011 haben Deutschlands Steuerzahler gezwungenermaßen, entrechtet und mundtot gemacht 2500 Miliiarden Euro für den Euro gezahlt!
    Hier gibt es keine Union, sondern nur Verlierer neben den Finanzhaien, die alles an sich reißen. Wachen Sie auf! Das Ganze endet in einem blutigen Bürgerkrieg!

  • Sehr richtig, eins sollte man aber nicht vergessen:
    Die Chinesen helfen den Europäern nicht aus Nächstenliebe, sie sehen vorrangig ihre Absatzmärkte und die damit verbundenen Arbeitsplätze in ihrem Land.

  • Interessant
    interessant

    erst kommt die deutsche Chefin zu Besuch,
    dann erst dürfen die EU-Hansel verbei sehen.

    Man achte auf die Reihenfolge. Was will man mehr (wenn man SHAEF kennt)?

  • Ganz offen gesagt bin ich froh dass es die EU gibt. Was man nicht vergessen darf ist, dass die EU ein Friedenprojekt ist und die schon sehr lange Absenz von Kriegen im EU Raum gerne vergessen wird. Im Grunde ist der Euro eine Erfolgsgeschichte. In Bezug auf Schuldenkrise darf ich erinnern, es ist eine Schuldenkrise und keine Eurokrise. Leider schwappen in Krisenzeiten immer wieder Nationalismen hoch. Die noch sehr junge Union muss erst zusammenwachsen. Ich darf in diesem Zusammenhang auch an den amerikanischen Bürgerkrieg erinnern. Zu lästern und zu kritisieren ist einfach. Lösungen anzubieten sehr schwer.

  • @Regulator

    Sie haben Promotionserschleicher sowie Party-und Kreditpräsidenten vergessen, die gehören auch auf ihre Liste. Ansonsten ziemlich vollständig und vollständig trostlos aber zutreffend.

  • Muß Ihnen wirklich von gazem Herzen beistimmen. Leider ist das unser aller Niedergang. Die Ratlosigkeit wird bald in Gewalt überschwappen. Wir werden uns wohl auf einiges gefasst machen müssen.

  • Gestern haben Sie mir Recht gegeben, heute tue ich das. Wie ich die Bilder sah von Van Rompuy und Baroso in China lief mir ein Schauer über den Rücken. Hauptsache, sie bleiben an der Macht. Dass das Wie nicht die grosse Frage ist, kann man ja in Griechenland sehen. Und da passt dann auch die Charmeoffensive von Van Rompuy in China ganz gut rein. Ich hoffe, ich täusche mich.

  • Hier versucht die EU eine Abhängigkeit gegen eine andere einzutauschen, ohne zu sehen dass wir unsere Freiheit vollkommen verlieren.
    Was für Dilettanten sind in den sogenannten Spitzenpositionen der EU?
    Irgendwann wird die Rechnung präsentiert, oder nicht?
    Es ist noch gar nicht so lange her, da zählte China zu den sogenannten Entwicklungsländern / Schwellenländern, und heute braucht die EU die Hilfe dieses Landes, was für Versager haben das sagen in Europa.
    Keine neuen Abhängigkeiten von anderen Ländern, den Karren selbst aus dem Dreck ziehen, oder diesen EU-Traum begraben.
    Danke

  • bitte bitte China, laßt uns hängen !!!

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