Zentrale Erfassung
US-Derivate-Industrie zeigt sich reformwillig

In den USA haben sich Händler und Fonds-Manager zu einer Reform des 450 Billionen Dollar schweren Derivate-Marktes bereiterklärt. In einem an Regulierungsstellen gerichteten Brief zeigten sie sich unter anderem bereit, alle Kreditderivate einer Zentralerfassung zu unterwerfen.

HB NEW YORK. In einem Brief an zwölf Regulierungsstellen schlugen die Absender am Dienstag erstmals Termine für die Aufzeichnung von Marktbewegungen vor und wollen Anlegern mehr Zugang zu zentralen Entscheidungen gewähren.

So soll die zentrale Abrechnung von Kreditderivaten (credit default swap) bis zum 15. Dezember verlängert werden. Zudem erklärten sich die Händler und Fonds-Manager dazu bereit, alle Kreditderivate bis zum 17. Juli an zentraler Stelle erfassen zu lassen. Zins- und Aktienderivate sollen bis zum 31. Dezember beziehungsweise 31. Juli 2010 zentral gespeichert werden. Auch sollten künftig Händler und Fonds-Manager nach neuen Richtlinien handeln, die eine engere Zusammenarbeit vorsehe. Damit werde verhindert, dass eine der beiden Seiten Entscheidungen diktieren könne, hieß es in dem Brief.

Mit den Zusagen reagierten die Absender auf den Druck der US-Regierung, die eine strengere Kontrolle des oft undurchsichtigen Derivate-Marktes gefordert hat. Vor allem der Markt für Kreditderivate wird für den Ausbruch der globalen Finanzkrise mitverantwortlich gemacht.

Die EU hatte jüngst die US-Pläne begrüßt. Allerdings blieb offen, ob sich Europa den radikalen Schritten der US-Regierung anschließen wird. US-Finanzminister Timothy Geithner hatte die EU und andere Länder aufgefordert, den Markt ebenfalls mit einer strengen Aufsicht umzukrempeln.

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