Zentralrat der Muslime in Deutschland erwägt Demonstration
Schiiten-Prediger Sadr ruft zur Freilassung Osthoffs auf

Der radikale Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr hat die Entführer der deutschen Archäologin Susanne Osthoff aufgerufen, ihre Geisel sofort freizulassen. Eine Woche nach ihrer Entführung gibt es nach Angaben der Bundesregierung immer noch keine Spur zu der deutschen Archäologin Susanne Osthoff im Irak. Der Bundesregierung gelang es auch am Freitag nicht, Kontakt zu den Kidnappern aufzunehmen.

HB NADSCHAF/BERLIN. Die Entführung widerspreche „den Prinzipien des Islams, der zu Keuschheit, Frieden und Toleranz aufruft“, sagte Al-Sadr am Freitag in der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf. In einer Erklärung aus seinem Büro hieß es: „Ich rufe die Entführer dazu auf, sie freizulassen, und damit die Ehrenhaftigkeit des irakischen Volkes unter Beweis zu stellen.“ Die Deutsche sei eine „Freundin des irakischen Volkes“ und „von Anfang an gegen den Krieg gegen den Irak“ gewesen. Al-Sadr hat vor allem Einfluss unter ärmeren irakischen Schiiten. Bereits am Donnerstag hatte sich nach Medienberichten der sunnitische Rat der Religionsgelehrten, der schon zur Freilassung anderer ausländischer Geiseln beigetragen hat, für Osthoff stark gemacht.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, man sehe das Schicksal der Entführten weiter mit großer Sorge. Er versicherte, die Anstrengungen für eine Lösung des Entführungsfalls würden intensiv und umfassend fortgesetzt. Es gebe aber bislang keine neuen Entwicklungen. Die Deutsche war am vergangenen Freitag zu einer Überlandfahrt in der nördlichen Irak-Provinz Ninive aufgebrochen und mit ihrem Fahrer von Unbekannten verschleppt worden. Die Entführer forderten die Bundesregierung auf, die Zusammenarbeit mit dem Irak zu beenden.

Die deutschen Behörden fahnden unterdessen nach einem verschwundenen irakischen Polizisten, der in Deutschland an einem Fortbildungskurs im Rahmen eines EU-Programms teilnahm. Es gebe aber keine Anhaltspunkte, dass das Verschwinden ein terroristischen Hintergrund habe. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte, der Iraker - Jahrgang 1973 - werde seit dem 28. November vermisst. Er sei nicht zum Kurs zurückgekehrt, was ein „schweres Fehlverhalten“ sei. Laut „Tagesspiegel“ wird nicht ausgeschlossen, dass der kurz nach der Entführung Osthoffs verschwundene Mann ein Sympathisant der irakischen Terrorszene sei.

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