Zentrist Bayrou legt sich nicht fest
Französische Sozialisten erhalten keine Unterstützung

Der Zentrumspolitiker François Bayrou hat das Werben der Sozialisten um Unterstützung bei der zweiten Runde der französischen Parlamentswahl am kommenden Sonntag zurückgewiesen. Er werde keinerlei Wahlempfehlung abgeben, sagte Bayrou am Dienstag dem Radiosender RTL.

HB PARIS. Bayrou hat daher die Sozialistenführerin Ségolène Royal auch nicht angerufen, die ihn am Montag um einen Rückruf gebeten hatte. „Wir sind unabhängig“, sagte Bayrou. Schon zur Präsidentenstichwahl am 6. Mai hatte er keinen Kandidaten öffentlich unterstützt, jedoch gesagt, er stimme nicht für Sarkozy.

Damit verringern sich die Chancen der Sozialisten, bei der Stichwahl am Sonntag eine massive Niederlage etwas zu mildern und den sich abzeichnenden großen Sieg des Regierungsbündnisses in Grenzen zu halten. Bereits am Vortag war der Parteichef der Sozialisten, Royals Lebenspartner François Hollande, auf deutliche Distanz zu dem Vorstoß seiner Frau gegangen. Er hat sich dafür ausgesprochen, direkt um die Wähler Bayrous zu werben und die Millionen Nichtwähler der ersten Runde zu mobilisieren, denn das Parlament brauche „Pluralismus“.

Nach dem französischen Mehrheitswahlrecht dürfte Bayrous neue Zentrumspartei MoDem in der Stichwahl maximal vier Mandate erhalten. In Dutzenden von Wahlkreisen könnte die Partei aber ausschlaggebend sein. Sarkozys UMP und ihre Verbündeten können nach dem Erfolg in der ersten Runde am Sonntag mindestens mit einer Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung rechnen, die Dreiviertelmehrheit ist möglich.

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