Zentrum der Hochtechnologie
Israel: Standort für risikofreudige Investoren

Israel zählt nicht nur zu den unternehmerfreundlichen Nationen, sondern auch zu den führenden Zentren auf dem Gebiet der Hochtechnologie. Die großen deutschen Firmen haben den Staat am roten Meer daher längst als Standort erkannt. Nur der Mittelstand scheut sich bisher noch vor einem Engagement.

TEL AVIV. "Wenn der Frieden einmal da ist, werden sie Schlange stehen" - das hofft zumindest Michael Federmann von der israelisch-deutschen Handelskammer in Tel Aviv. Gemeint sind damit Investoren aus Deutschland. Große deutsche Konzerne wie SAP, Telekom, Volkswagen, Siemens oder Bayer haben bereits kräftig in der Region investiert. Aber der Mittelstand scheut sich vor einem Engagement in Israel. "Sie verpassen damit erstklassige Investitionschancen", sagt Federmann.

Die bekanntesten deutschen Unternehmen haben Israel längst als Standort entdeckt. VW hat am Toten Meer ein Werk zur Magnesiumgewinnung; das Metall wird in der Automobil- und Luftfahrtindustrie verwendet. Siemens hat mehrere Startups gekauft. Auch Weltkonzerne wie HP, Microsoft oder IBM haben in Israel investiert. Vor zwei Jahren legte zum Beispiel der amerikanische Konzern HP für die Softwarefirma Mercury Interactive Corporation rund vier Mrd. Dollar auf den Tisch, und der Flash-Speicherproduzent MSystems wurde vom US-Branchenriesen ScanDisk übernommen.

Zu den größten ausländischen Investoren gehört der Chiphersteller Intel. Neben mehreren Forschungszentren hat das Unternehmen drei Produktionszentren mit insgesamt 6 000 Arbeitsplätzen. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat Intel eigenen Angaben zufolge mehr als sieben Mrd. Dollar in Israel investiert. Allein die Fabrik, die kürzlich im Süden des Landes eröffnet wurde, kostete drei Mrd. Dollar - wobei die Regierung allerdings das Engagement mit einem Zuschuss von 525 Mill. Dollar versüßte. Die Prozessoren fürs mobile Internet und Nano-Chips, die Intel in der neuen Fab28-Fabrik herstellt, werden wertmäßig auf zehn Mill. Dollar pro Tag geschätzt. Das, so haben Ökonomen ausgerechnet, habe das Sozialprodukt des Landes um zwei Prozent erhöht.

Israel zählt zwar zu den führenden Zentren auf dem Gebiet der Hochtechnologie. Aber dem deutschen Mittelstand scheinen die Sicherheitsrisiken zu groß zu sein, um zu investieren. Dabei hat kein geringerer als Warren Buffet vor zwei Jahren mit einer milliardenschweren Investition bewiesen, dass der Landstrich am Mittelmeer ein rentables Investitionsland ist - Kriegsbedrohung hin oder her. Für vier Mrd. Dollar kaufte er 80 Prozent des Metallkonzerns Iscar, einem führenden Hersteller von Hartmetallwerkzeugen für die spanabhebende Fertigung.

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