Ziele relativiert
Uno hat Weltklimagipfel schon abgeschrieben

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon stellt sich darauf ein, auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen noch kein rechtsverbindliches neues Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase zu erzielen. Ban plane weitere Verhandlungen nach dem Treffen im Dezember, ließ sein Klima-Berater Janos Pasztor am Montag am Sitz der Vereinten Nationen in New York durchblicken.
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HB NEW YORK/SYDNEY. Wenige Wochen vor Beginn des Uno-Klimagipfels haben die Vereinten Nationen ihre Erwartungen an die Konferenz deutlich heruntergeschraubt. Angesichts vieler noch ungeklärter Fragen sei es unklar, was die Konferenz erreichen könne, sagte Janos Pasztor vom Beraterstab des Generalsekretärs Ban Ki Moon. Er verwies darauf, dass der US-Kongress sich noch nicht auf ein Klimagesetz verständigt habe und dass sich die Industrieländer noch nicht auf Ziele zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstoßes geeinigt hätten.

Generalsekretär Ban hat die Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen zur Priorität seiner Politik erklärt. Pasztor hob am Montag auf einer Pressekonferenz in New York hervor, es gebe bei vielen Regierungen und auch auf internationaler Ebene intensive Verhandlungen zur Vorbereitung des Klimagipfels Anfang Dezember in Kopenhagen. Das sei wichtig, um ein neues Abkommen zu erreichen. Er deutete aber gleichzeitig an, dass es in Kopenhagen wohl kein neues Abkommen geben werde. Trotzdem müssten die Regierungen versuchen, sich so weit wie möglich auf die Inhalte des Abkommens zu verständigen.

Pasztor hob hervor, dass es vor Kopenhagen noch eine Verhandlungsrunde vom 2. bis 6. November in Barcelona gebe. Zudem gebe es auch bei dem Treffen asiatischer und pazifischer Staaten am 14. und 15. November in Singapur, zu dem auch US-Präsiden Barack Obama erwartet werde, eine Gelegenheit, weiter über das Klimaabkommen zu sprechen, sagte Pasztor. Der Uno-Klimagipfel findet vom 7. bis 18. Dezember statt.

(Sydney) Der Klimawandel und der damit einhergehende steigende Meeresspiegel bedroht laut einer Studie auch die Küsten von Australien. Es müsse deshalb erwogen werden, das Wohnen in gefährdeten Gebieten zu verbieten, heißt es in dem am Montagabend vorgestellten Regierungsbericht. Im Küstenbereich leben 80 Prozent der Bevölkerung des Kontinents. Vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind demnach mehrere tausend Kilometer Küste.

Die Frage sei von nationaler Bedeutung, und die Zeit zum Handeln sei gekommen, erklärte der Ständige Ausschuss für Klimawandel, Wasser, Umwelt und die Künste. Der Ausschuss sprach zugleich 47 Empfehlungen aus, wie sich das Land besser auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten könne.

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