Zigarettenhersteller alarmiert: EU will härter gegen Raucher kämpfen

Zigarettenhersteller alarmiert
EU will härter gegen Raucher kämpfen

Der Gesetzgeber tut seit Jahren alles, um Rauchern den Spaß an ihrer Sucht zu verderben. Europaweit. Doch der EU-Kommission ist das noch nicht genug. Sie will die existierende Richtlinie für Tabakprodukte verschärfen. Im Gespräch sind Einheitsverpackungen ohne Logo. Die Zigarettenhersteller sind alarmiert.
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BRÜSSEL. Raus! Wer in Bars oder Restaurant rauchen will, muss vor die Tür. Die Zeiten, in denen Raucher genussvoll ihr Bierchen zischen und dabei am Glimstengel saugen konnten, gehören längst der Vergangenheit an. Und auch in öffentlichen Gebäuden heißt es für Raucher: "Ich muss draußen bleiben!" Längst warnen nicht mehr nur Ärzte vor Lungenkrebs und Raucherbein, sondern jede einzelne Zigarettenschachtel. Rauchen kann tödlich sein. Wie wahr. Autofahren auch. Und wer erinnert sich noch an das HB-Männchen in der Werbung? Der Gesetzgeber tut seit Jahren alles, um Rauchern den Spaß an ihrer Sucht zu verderben. Europaweit. Doch der EU-Kommission ist das noch nicht genug. Sie will die existierende Richtlinie über Tabakprodukte überarbeiten – soll heißen: verschärfen.

Das teilte Verbraucherkommissar John Dalli in Brüssel mit. "Tabak ist nicht irgendein Produkt: Tabak macht süchtig", rechtfertigt der Malteser sein drakonisches Vorgehen. "Tabak führt zu Erkrankungen und Leiden unserer Bürger und verursacht vermeidbare Gesundheitsausgaben für die europäischen Staaten", sagt Dalli. Seit gestern läuft eine öffentliche Konsultation der Kommission zu dem Thema. Bis zum 19. November können Tabakindustrie, Gesundheitsexperten, Verbraucherschützer und wer auch immer ihre Meinung zum Vorhaben der Kommission kundtun. Die Branche zumindest ist alarmiert. Es bahne sich eine "Prohibition durch die Hintertür" an, heißt es in Brüssel.

Tatsächlich will der Kommissar alles tun, um Menschen vom Rauchen abzubringen oder abzuhalten. Immerhin greife immer noch etwa ein Drittel der Bürger in den 27 Mitgliedstaaten der EU zu Zigarette, Zigarre und Co. Zu viele, findet Verbraucherkommissar Dalli. Für die Zukunft verspricht er sich deshalb viel von genormten Einheitsverpackungen, auf denen die Logos der Tabakfirmen gar nicht mehr oder nur winzig klein zu sehen sind. Bei dem Vorschlag stützt sich die Kommission auf externe Beratung der Experten von Sambrook Research International. Vertreter der Tabakindustrie bezweifeln aber den Nutzen solcher Maßnahmen. Es sei vielmehr zu befürchten, dass der Verzicht auf Markenlogos Produktfälschungen und Schmuggel begünstigte.

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  • Natürlich bekommen auch Nichtraucher Lungenkrebs: durch Passivrauchen, das ihnen durch die Rücksichtslosigkeit der Raucher aufgezwungen wird. Jaja, Toleranz sollen halt immer die Nichtraucher haben, damit die Huster Ihren Qualm überall hinverbreiten können, wo auch immer sie sich eine Zigarette anstecken. Aber hey, die Freiheit, seine Persönlichkeit zu entfalten, muß ja über die Lunge ausgeübt werden. Ich finde, Raucher, die durch ihre Sucht erkranken, sollten keine Medizinische Behandlung erhalten dürfen. Sollen sie doch elendig Blut husten und daran verrecken.

  • Das wird die Sozialversicherungen ruinieren. Statistisch stirbt ein Raucher etwa 12 Jahre eher; etwa mit 62-63 Jahren. bis dahin hat er fleißig Rentenbeiträge und Krankenkassenbeiträge gezahlt, war selten krank, denn 90% der behandlungskosten treten statistisch erst dann auf, wenn ein Raucher schon tot ist. Einen Lungenkrebskranken Raucher auf den Friedhof zu bekommen ist nicht teuer. Operationen sind meistens nicht mehr möglich und ein paar Chemos kosten nicht viel. Aber 12 Jahre mehr Rente, in denen jede Menge Alterskrankheiten auftreten, ja sogar der Pflegefall möglich ist, das kostet alleine den Rentenkassen geschätzte 125 Milliarden jährlich.
    Was sind dagegen etwa 10 Milliarden Tabaksteuer.
    Die Nichtraucher müssen dann wieder unter Allem leiden, denn die beiträge zur Sozialversicherung werden sprunghaft ansteigen.


    Viele Grüße
    H. J. Weber

  • Die Diktatur brüssel gehört ausgeräuchert und deren ganze beamtschaft die offenbar aus Spinnrn und Nichtskönnern besteht, gehört mal für ein halbes Jahr auf die geschlossene Abteilung.
    Von brüssl wird mehr und mehr eine europäosch Diktatur angestrebt

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