Zimmer nach Ausländern durchsucht
Militärjunta schottet Myanmar ab

Myanmars Machthaber schotten das Land von der Außenwelt ab. Wichtige buddhistische Klöster wurden am Freitag zu Sperrzonen erklärt, der öffentliche Zugang zum Internet wurde unterbrochen. Soldaten durchsuchten zudem Hotelzimmer gezielt nach Ausländern. Touristen bangen nun, in die Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden.

HB RANGUN. Ohne Zugang zum Internet haben die Oppositionellen kaum Möglichkeiten, ihre Berichte, Fotos und Videos an die Außenwelt zu übermitteln. Vieles von dem, was die Welt in den letzten Tagen über die Proteste aus Burma zu sehen bekam, hatte diesen Weg genommen. Mit der Abriegelung der Klöster sollen die Mönche, die die jüngsten Massendemonstrationen anführten, von der Straße ferngehalten werden.

Das Militär ging dabei weiter mit brutaler Härte vor. In Rangun prügelten Soldaten laut Augenzeugen auf Demonstranten ein und gaben Warnschüsse ab, um eine Kundgebung aufzulösen. In Rangun und Mandalay wurden wichtige Kreuzungen in der Nähe von Klöstern mit Stacheldraht abgesperrt. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, die Myanmarnische Regierung habe erklärt, dass sie die Mönche unter Kontrolle habe und sich nun den übrigen Demonstranten zuwenden werde.

Beobachter befürchteten noch schärfere Konfrontationen, falls die Einsatzkräfte gezielt gegen Zivilpersonen vorgehen sollten. Das hohe Ansehen der buddhistischen Mönche habe bislang noch für weitgehende Zurückhaltung gesorgt. Am Mittwoch und Donnerstag wurden nach offiziellen Angaben mindestens zehn Menschen getötet, als Sicherheitskräfte auf die Demonstranten schossen. Nach Einschätzung eines Diplomaten dürfte die tatsächliche Zahl der Todesopfer aber um ein Vielfaches höher liegen. Eine in Washington ansässige Dissidentengruppe mit dem Namen US-Kampagne für Myanmar sprach von etwa 200 Toten.

Am Freitag gingen weit weniger Menschen auf die Straße als in den vergangenen Tagen. Die größte Demonstration fand in der Nähe der Sule-Pagode in Rangun statt. Rund 20 Militärlastwagen rückten an, und die Soldaten forderten die etwa 2000 Demonstranten auf, sich binnen zehn Minuten zu entfernen. „Sonst schießen wir“, hieß es. Auch andernorts wurden kleinere Ansammlungen von 200 bis 300 Personen zum Teil gewaltsam aufgelöst. Soldaten und Polizisten durchsuchten nach Berichten von Augenzeugen zudem in einigen Hotels die Zimmer systematisch nach Ausländern. Auch Mobiltelefone wurden offenbar verstärkt beschlagnahmt.

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