Zinsfreie Kredite geplant
Brown pumpt eine Milliarde Pfund in britischen Immobilienmarkt

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown will dem lahmenden Immobilienmarkt des Landes unter die Arme greifen.

HB LONDON. Vorgesehen seien Hilfen für Familien, die mit ihren Ratenzahlungen nicht nachkämen und denen deshalb Zwangsversteigerungen drohten, erklärte die Londoner Regierung am Dienstag. Auch sollten aus bereits bestehenden Budgets Mittel für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt werden. Gemeinsam mit Bauträgern sollten zudem zinsfreie Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren einigen Interessenten angeboten werden, die ihre erste Immobilie kaufen wollen. Die Initiative soll nach Informationen aus Regierungskreisen insgesamt rund eine Milliarde Pfund (rund 1,23 Milliarden Euro) kosten.

Brown geht mit dem Hilfspaket in die Offensive, nachdem seine Labour-Partei seit fast einem Jahr in den Umfragen hinter den Konservativen hinterherhinkt. Im Sommer war bereits über eine baldige Absetzung Browns als Chef der Regierungspartei spekuliert worden. Brown setzt auf einen Wirtschaftsaufschwung, der ihm noch rechtzeitig vor den bis Mitte 2010 anstehenden Wahlen Aufwind verschaffen soll.

Doch den Briten machen derzeit die Kreditklemme, die explodierenden Energiepreise und eben der schwächelnde Immobilienmarkt Sorgen. Die Häuserpreise fallen, und die Zahl der Zwangsversteigerungen hat in England und Wales den höchsten Stand seit dem Immobilienmarkt-Crash Anfang der 90er Jahre erreicht.

Am gestrigen Montag veröffentlichte die Bank of England mit 33 000 Genehmigungen von Hypothekenkrediten im Monat Juli die niedrigste Zahl der bis 1993 zurückreichenden Datenreihe. Dagegen erhöhte sich die Nettokreditaufnahme der privaten Haushalte im Juli um 4,3 Mrd. Pfund - für Experten ein Zeichen für "Notkredite".

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