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Zinsmanipulationen: Deutsche Bank gehört wohl zum harten Kern

Der „Financial Times“ zufolge gehörte die Deutsche Bank zum harten Kern eines Rings aus fünf Großbanken, die Zinsmeldungen manipuliert haben. Notenbank-Chefs wollen derweil das Zinssystem grundlegend überdenken.

US-Finanzminister Timothy Geithner verteidigte das Vorgehen der US-Behörden in der Libor-Affäre. Quelle: AFP
US-Finanzminister Timothy Geithner verteidigte das Vorgehen der US-Behörden in der Libor-Affäre. Quelle: AFP

New YorkSeit dieser Woche ist bekannt, dass die Deutsche Bank in der Affäre um manipulierte Interbanken-Zinssätze eine Kronzeugenregelung beantragt und bewilligt bekommen hat. Einem Bericht der Online-Ausgabe der „Financial Times“ von Mittwochabend zufolge erfolgte der Schritt aus gutem Grund. Unter Führung des britischen Instituts Barclays habe ein Ring aus insgesamt fünf Großbanken existiert, die Zinsmanipulationen abgesprochen hätten. Neben Barclays gehörten dazu die Deutsche Bank, Crédit Agricole, HSBC und Société Générale.

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Dem Blatt zufolge sind die Regulierungsbehörden auf Belege gestoßen, wonach sich Händler konkret abgesprochen hätten, den europäischen Zinssatz Euribor zu manipulieren. Neben dem Libor ist er der zweite maßgebliche Interbankenzins. Auf der Basis von Euribor und Libor berechnen sich Zinsen für Kredite und Kurse für Wertpapiere in Höhe eines dreistelligen Billionenbetrags.

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Der Barclays-Händler habe die Geldmarkt- und Derivate-Spezialisten teilweise aus früheren Arbeitsverhältnissen oder über Berufsnetzwerke gekannt. Der genannte Händler der Deutschen Bank arbeitet ebenso wie die anderen Verdächtigen nicht mehr für die jeweiligen Geldhäuser. Der Barclays-Händler sei von 2005 bis 2007 für die Bank tätig gewesen. Einem Branchenblatt zufolge verließ der Deutsche Bank-Händler das Institut erst im Jahr 2012.

Dieser Fall der Zinsmanipulation hat nur indirekt mit den Vorwürfen wegen der Libor-Manipulationen zu tun. Letztere geschahen vor allem mit Beginn der durch faule US-Hypothekenpapiere ausgelösten Finanzkrise. Die US-Notenbank hatte ab Herbst 2007 Erkenntnisse über Libor-Manipulationen. Der damalige Chef der New Yorker Notenbank-Zweigstelle, Timothy Geithner, ist heute US-Finanzminister.

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Er verteidigte gestern das Verhalten des Landes in der Zinsaffäre. Die amerikanischen Behörden hätten sehr früh auf Befürchtungen reagiert, dass die Festlegung des Referenzzinssatzes Libor beeinflusst werde oder anfällig für Fehlinterpretationen sei, sagte Geithner am Mittwoch bei einer Investorenkonferenz in New York.

Die Behörden hätten mit Nachdruck gehandelt, was nun Früchte trage. Der damalige Regionalchef und heutige US-Finanzminister hatte im Juni 2008 dem BoE-Chef Mervyn King in einer privaten E-Mail sechs Möglichkeiten nahegelegt, mit deren Hilfe die Glaubwürdigkeit des Libor-Satzes gestärkt werden sollte.

  • 19.07.2012, 16:12 UhrMazi

    "Deutsche Bank gehört wohl zum harten Kern"
    und die Kanzlerin hat Joe alles von den Lippen gelesen.

    Langsam wird das Mosaik immer vollständiger.

  • 19.07.2012, 14:53 Uhrticktack

    Deutsche Bank und deutsche Politik ein wahres Liebespärchen …
    Und wie sie sich perfekt ergänzen, gegen das deutsche Volk!
    Zu zweit gehts halt immer viel besser, auch beim Ausplündern …
    Was ich aber nicht verstehe, Bankräuber müssen ins Gefängnis, raubende Politiker und Bankster nicht! Tja, wenn zwei das Gleiche machen, ist es nicht dasselbe …
    Das ist also der Unterschied zwischen GUT & BÖSE …
    Ich bin ganz offensichtlich zu BLÖDE, dieses Rechtsverständnis zu kapieren! Aber ich ja nicht alleine dabei, der Rest der Deutschen versteht das wahrscheinlich auch nicht!
    ODER?

  • 19.07.2012, 11:19 UhrLilly

    Zitat aus Artikel: "Weltweit laufen in der Sache Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank, UBS, JPMorgan, Bank of America oder Citi. Ihnen wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Zinssatz Libor und andere Marktzinsen mit falschen Angaben manipuliert zu haben, um ihre wahren Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen."

    Anscheinend ist auch die Bank of England in den Skandal verwickelt und zwar auf "Anweisung von ganz oben".

    Dies lässt jedenfalls ein Bericht vermuten, wonach aus einer Notiz des zurückgetreten Chefs von Barclays, Bob Diamond, hervorgeht, dass er in einem Telefonat vom dem stellvertretenden Gouverneur der Bank of England, Paul Tucker, motiviert wurde, die Zinsmeldung von Barclays niedrig zu halten. Dieser soll gesagt haben, dass er die Anweisung zu dieser Anweisung von ganz oben erhalten haben.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/04/libor-skandal-top-banker-packt-aus-und-erschuettert-finanzindustrie/

    (siehe Notiz bzw. Faksimile am Ende dieses Artikels)


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