Zinspoker in Athen: Griechischer Schuldenschnitt nimmt Formen an

Zinspoker in Athen
Griechischer Schuldenschnitt nimmt Formen an

Ministerpräsident Lucas Papademos und IIF-Chef Charles Dallara setzen die Verhandlungen um den freiwilligen Schuldenschnitt bei einem weiteren Treffen fort. Eine Einigung mit den Privatgläubigern könnte kurz bevorstehen.
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AthenZittern bis zum Schluss: In den Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt zeichnete sich am Freitag ein möglicher Durchbruch ab. Der Internationale Bankenverband IIF bestätigte „Fortschritte“ bei den Gesprächen. Am Nachmittag wollten in Athen Ministerpräsident Lucas Papademos und IFF-Chef Charles Dallara zur Fortsetzung ihrer Spitzengespräche zusammen treffen. Vorher sollte noch eine Telefonkonferenz mit den Partnern in der Euro-Zone stattfinden, kündigte Finanzminister Evangelos Venizelos an. Für Freitagmittag war außerdem eine weltweite Telefonkonferenz mit Vertretern der Privatgläubiger geplant, hieß es in Athen. Das könnte darauf hindeuten, dass eine Einigung kurz bevorsteht.

Gepokert wird in dieser Phase der Verhandlungen vor allem um Kupon und Laufzeiten der neuen Anleihen, die Griechenlands Privatgläubiger im Tausch gegen die alten Papiere erhalten sollen. Vom Zins hängt für beide Seiten viel ab: Er entscheidet darüber, ob Griechenlands Staatsschulden nachhaltig finanzierbar werden und das Ziel erreichbar ist, den Schuldenstand von gegenwärtig 163 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung bis 2020 auf 120 Prozent zu drücken.

Für die privaten Gläubiger hängt von Kupon und Laufzeiten ab, wie hoch die tatsächlichen Verluste aus dem Schuldenschnitt sind. Sie dürften deutlich über den Forderungsverzicht von 50 Prozent hinausgehen und 60 Prozent oder mehr der ursprünglichen Anlagen ausmachen. Je niedriger der Zins, desto höher die Einbußen. Die Privatgläubiger pochen deshalb auf möglichst hohe Zinsen, während die Athener Regierung mit Blick auf die Schuldentragfähigkeit möglichst niedrige Zinsen anstrebt. Sie wird darin unterstützt von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), die in die Verhandlungen eingebunden sind. Der IWF bestehe auf einem Zins von höchstens drei Prozent, sagen Personen, die mit den Verhandlungen vertraut sind.

Die Zustimmung des Fonds ist wichtig, weil er ein Drittel der neuen Hilfskredite für Griechenland beisteuern soll. Der Schuldenschnitt ist Voraussetzung für die Bewilligung weiterer Darlehen der Eurostaaten und des IWF. Nach seinen Statuten darf der IWF aber nur dann Hilfekredite ausleihen, wenn die Schuldentragfähigkeit des Schuldners gesichert ist.

Nach Angaben informierter Kreise schlägt der Bankenverband IIF jetzt einen variablen Zinssatz vor, der sich, je nach Laufzeit der Anleihen, zwischen drei und 4,5 Prozent bewegen soll. Der IIF soll auch vorgeschlagen haben, den Kupon in Relation zum Wirtschaftswachstum Griechenlands zu variieren.

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  • "suing Greece in a human rights court" halte ich für Bluff, es ist höchst unwahrscheinlich dass gerade Hedge Funds diesen Schritt wagen würden. Die Anleihen wurden unter griechischem Recht ausgegeben, nicht vergessen.
    Es käme dann dazu dass die Hedge Funds diese Anleihen zu20% oder 25% gekauft haben, also keine Verluste haben. Im Falle Argentinien hatten die Klage kein Erfolg, wie man weisst.

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    CDS, das Penicillin der Finanzmagnaten.
    Leider ist es eine zu lang gepflegte Blinddarmentzündung, die man hätte herausoperieren müssen. Nun leidet der ganze Körper an einer Sepsis. - Da helfen bekanntlich Penicilline nicht mehr.

  • Nein; Forderungsverzicht von 50 % und geringere Zinsen als bisher vorgesehen ergeben einen Forderungsverzicht von 68 %. D.h. die Quote des Schuldenschnittes ist 32 %

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