Zinspoker: Was für die Banken auf dem Spiel steht

Zinspoker
Was für die Banken auf dem Spiel steht

Drei Prozent Zinsen, sechs Prozent - oder vielleicht doch eher vier? Darum geht es bei dem Streit zwischen Griechenland und den Banken. Denn sind die Zinsen am Ende zu niedrig, drohen den Banken neue Abschreibungen.
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FrankfurtFür die Banken geht es nicht mehr um die Höhe des Schuldenschnitts, sondern vor allem um die Zinsen, die Griechenland künftig für seine Kredite bezahlen muss. An dieser Stelle ist der Knackpunkt des Pokers, hier liegen die Forderungen der beteiligten Parteien weit auseinander. Während die Banken Zinssätze von rund sechs Prozent verlangten, wolle Griechenland höchstens drei Prozent zahlen, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Medien spekulierten am Donnerstag, dass sich beide Parteien auf einen Kompromiss-Zinssatz von vier Prozent einigen könnten - eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht.

Banken, Versicherungen, Versorgungskassen und Hedge-Fonds halten gut 200 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden. Davon entfallen 50 Milliarden Euro auf griechische Kreditinstitute und 40 Milliarden auf andere europäische Banken. Der Schuldenschnitt würde also rund 100 Milliarden Euro Entlastung für Hellas bedeuten.

Ein weiteres Problem der Verhandlungen ist die mittlerweile knapp gewordene Zeit für eine Einigung. Bis zum EU-Gipfel Ende Januar muss ein Ergebnis vorliegen, erst dann wollen die Staats- und Regierungschefs das zweite Griechenland-Paket über 130 Milliarden Euro freigeben. Athen braucht das Geld dringend, um im März Anleihen zu tilgen. Erschwert werden die Verhandlungen auch dadurch, dass ein großer Teil der griechischen Staatsanleihen nicht mehr in der Hand von Banken liegt, sondern beispielsweise bei Hedge-Fonds und Staatsfonds.

Ob diese einer Lösung zustimmen und damit die erhoffte große Mehrheit von 90 Prozent zustande kommt, ist offen. Griechenlands Regierungschef Lucas Papademos hat vor der neuen Verhandlungsrunde gedroht, private Gläubiger notfalls per Gesetz zum Forderungsverzicht nach griechischem Recht zu zwingen. Falls keine Einigung zustande komme, könne das nicht ausgeschlossen werden, sagte Papademos der „New York Times“. Inwieweit dann auch Kleinanleger betroffen wären, hängt nach Einschätzung von Fachleuten von der genauen Ausgestaltung dieser „Collective Action Clause“ ab.

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