Zipi Liwni
Israels Außenministerin muss um ihren Posten fürchten

Die israelische Außenministerin Zipi Liwni muss ihre offene Kritik an Ministerpräsident Olmert womöglich mit dem Verlust ihres Amtes bezahlen: Nach Medienberichten plant Olmert eine Kabinettsumbildung. Zuvor hatte er im Parlament einen taktischen Sieg errungen.

HB JERUSALEM. Eine große Mehrheit von Olmerts Kadima-Fraktion sprach sich am Mittwochabend für seinen Verbleib im Amt aus. Fraktionschef Avigdor Izchaki, der gegen Olmert gestimmt hatte, trat daraufhin zurück. Nach Medienberichten kam Izchaki Olmert zuvor, der ihn angeblich wegen seiner Rücktrittsforderung entlassen wollte.

Liwni hatte während einer Pressekonferenz erklärt, sie halte einen Rücktritt Olmerts für notwendig. Die Öffentlichkeit habe das Vertrauen in die Regierung verloren. Eine offizielle Untersuchungskommission hatte Olmert und seinen Verteidigungsminister Amir Perez für „schwere Fehler“ im Libanon- Krieg verantwortlich gemacht.

Der Regierungschef hält bisher an seinem Amt fest. Olmert bekräftigte bei einer Kabinettssitzung, seine Regierung sei für Fehler während des jüngsten Libanon-Kriegs verantwortlich, aber auch dafür, diese zu korrigieren. Er forderte ein sofortiges Ende der politischen Spiele: „Wer es sehr eilig hat, (aus der Krise) politischen Profit zu schlagen, sollte lieber langsam machen“.

Der israelische Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter, sprach sich am Donnerstag gegen eine Entlassung Liwnis aus. Sie habe ihre Kritik an Olmert ehrlich und mutig ausgesprochen, sagte er dem israelischen Rundfunk. „Wehe uns, wenn aus dem tiefsten Herzen gesprochene Dinge zu einem Schwert werden, das sich gegen den Sprecher wendet“, warnte Dichter.

Die 48-jährige Liwni gilt als integer und wird in Israel als mögliche künftige Ministerpräsidentin gehandelt. Nach Meinungsumfragen sind 65 Prozent der Israelis für einen Rücktritt Olmerts; mehr als 50 Prozent wollen Neuwahlen.

Während des einmonatigen Libanon-Krieges waren im Sommer 2006 auf libanesischer Seite mehr als 1 200 Menschen getötet worden, auf der israelischen rund 160 Zivilisten und Soldaten. Auslöser der Kampfhandlungen war die Entführung zweier israelischer Soldaten in den Libanon am 12. Juli. Bis heute ist unklar, was mit den beiden von Hisbollah-Milizionären verschleppten Männern geschah.

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