Zoll auf chinesische Solarmodule
18 weitere Monate Abschottung

Gegen den Widerstand vieler Photovoltaikfirmen in Europa verlängert die EU die Zölle auf Solarmodule aus China ein letztes Mal. Dabei werden die Handelsbarrieren längst legal unterlaufen. Nur einer jubelt: Solarworld.
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Düsseldorf/BrüsselLobbying-Erfolg für Solarworld: Ein Bündnis unter der Führung von Deutschlands größtem Photovoltaikkonzern überzeugte die EU-Kommission davon, die bestehenden Schutzzölle auf Solarmodule und Solarzellen aus China noch einmal zu verlängern.

Damit bleiben die bestehenden Handelsbarrieren für weitere 18 Monate in Kraft, wie ein Sprecher der EU-Kommission am Mittwoch bestätigte. Am Dienstag hatte das Gericht der Europäischen Union die Basis für die Verlängerung der Handelsbeschränkungen bereitet, indem es Zölle auf chinesische Solarprodukte prinzipiell für rechtens erklärte.

In Europa bestehen seit 2013 Mindestpreise auf chinesische Solarmodule- und Zellen. Wer sich nicht an die Mindestpreise hält, wird mit Strafzöllen bedacht.

Der Bonner Konzern Solarworld ist die treibende Kraft hinter den Schutzmaßnahmen, die europäische Unternehmen vor allzu viel billige Konkurrenz aus Fernost schützen sollen. Milan Nitzschke führt die Kampagne, die 30 europäische Zell- und Modulhersteller unterstützten, gegen die chinesischen Wettbewerber als Präsident des Interessensverbands EU Prosun an. Im Hauptberuf ist Nitzschke Unternehmenssprecher von Solarworld und fungiert in der Öffentlichkeit als rechte Hand von Solarworld-Gründer Frank Asbeck.

"Die Anti-Dumping-Maßnahmen sind solange notwendig, wie es Dumping gibt. Nur mit fairem Wettbewerb kann sich die Solarbranche in Europa, China und anderswo weiterentwickeln“, begrüßte Nitzschke die Verlängerung der Zölle. Nach Ansicht des Solarworld-Managers haben sich chinesische Solarfirmen mit unfairen Tricks an die Weltspitze gemogelt.

Nur mithilfe unbegrenzter Staatskredite, sei es Unternehmen wie Yingli, Trina, oder JA Solar gelungen, Paneele und Solarzellen unter Herstellungskosten auf den Weltmarkt zu schleudern, so Nitzschke. Dadurch seien viele westliche Konkurrenten aus dem Markt gedrängt worden. Während in der deutschen Solarindustrie in ihrer Blütezeit rund 150.000 Menschen gearbeitet haben, zählt die Branche jetzt nicht einmal mehr ein Drittel der früheren Beschäftigtenzahl.

Auch Solarworld kämpft aktuell ums Überleben. Der Konzern schreibt seit sechs Jahren in Folge Verluste. Allein für 2016 beträgt das Minus vor Zinsen und Steuern 99 Millionen Euro. Besserung ist kaum in Sicht.

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  • Das ergibt so leider keinen Sinn. Wenn ich aus Thailand, Malaysia oder Vietnam für 40 Cent/Watt zum Niedrigstpreis einkaufen kann, wird der deutsche Solarmarkt nicht verteuert, lediglich die chinesischen Produkte werden teurer. Bitte nochmal überlegen.

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