Zu altmodisch
IWF zweifelt Finanztransaktionssteuer an

Laut IWF könnte es effizientere Systeme geben als die Finanztransaktionssteuer. Eine derartige Abgabe sei altmodisch und könnte negative Auswirkungen auf das Handelsvolumen haben.
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MailandDer Internationale Währungsfonds (IWF) hegt Zweifel an der von Deutschland vorangetriebenen Finanztransaktionssteuer. Eine solche Abgabe sei altmodisch, sagte der Chef der IWF-Abteilung für Finanzangelegenheiten, Carlo Cottarelli, am Montag auf einer Wirtschaftskonferenz in Mailand. Effizienter könnten andere Systeme sein, so eine Mehrwertsteuer für den Finanzsektor oder eine Abgabe auf Bankvermögen. Erfahrungen in Frankreich und Italien, wo eine Börsensteuer bereits existiert, zeigten zudem negative Auswirkungen auf das Handelsvolumen, warnte Cottarelli.

Um die Folgen der Finanzkrise in den Griff zu bekommen, hatte der Fonds im Jahr 2010 Abgaben auf Bankgewinne, Managergehälter und Vermögen vorgeschlagen. Doch nur wenige Länder folgten dem Rat des IWF. Dagegen debattieren derzeit elf europäische Länder über die Einführung einer Steuer auf Finanzgeschäfte mit Aktien, Bonds und Derivaten, die vom kommenden Jahr an gelten soll.

Frankreich und Italien stemmen sich jedoch gegen Steuern auf Staatsanleihen, und Großbritannien will gerichtlich gegen das Vorhaben vorgehen. Die EU-Kommission hat deshalb signalisiert, die Abgabe auf bestimmte Anlageformen zu verringern und die Pläne insgesamt später umzusetzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zu altmodisch: IWF zweifelt Finanztransaktionssteuer an"

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  • Sorry aber ich muss Ihnen hier widersprechen: Die Finanztransaktionssteuer würde die Banken bzw. die von Ihnen gescholtenen Zocker wohl kaum treffen; Zahlen würden diese in erster Linie Kleinanleger und Sparer - also Sie und ich (Riesterrente, Lebens/Rentenversicherung), Banken würden Ihren Eigenhandel dann einfach ins Ausland verlagern. Eine Finanztransaktionssteuer würde nur (und ich meine nur - keine Ausnahmen) bei weltweiter Einführung in allen Staaten eine effiziente Lösung darstellen. Hiervon sind wir aber weit entfernt.
    Durch die Finanztransaktionssteuer würde sich auch der Spread zwischen An- und Verkaufskursen an den Inlandsbörsen deutlich vergrößern, da A) große Volumen eher im Ausland gehandelt werden B) kurzfristige Spekulanten und auch Market-Maker keine bzw. weniger Liquidität stellen.

  • @ Mazi
    "Dieses Phänomen tritt erstaunlicherweise nur in Deutschland, nicht aber in den USA auf. Eigenartig!"
    Dann sehen sie sich mal das Ergebnis an! Die wirtschaft der USA ist am Ende, das Land marode und die Slams in den Städten sprechen eine klare Sprache .
    Nur durch Instrumente wie Kriege gegen fremde Länder, IWF, Gelddrucken usw. gelingt es den USA noch, ein Zusammenbrechen zu verhindern.

    Wollen wir das in Deutschland?

    Dem Beispiel Ungarns folgend, sollten wir den IWF zum Teufel jagen!

  • "Effizienter könnten andere Systeme sein, so eine Mehrwertsteuer für den Finanzsektor oder eine Abgabe auf Bankvermögen."

    Okay, Mehrwertsteuer in Höhe von 19% finde ich auch deutlich ergibieger als die 0,001 % auf Transaktionen.

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