Zu spät angehalten
US-Soldaten erschießen afghanische Zivilisten

Nahe der südostafghanischen Stadt Ghasni haben US-Soldaten an einer Straßensperre drei Zivilisten erschossen, darunter zwei Frauen.

HB KABUL. Die Soldaten hätten das Feuer eröffnet, als das Fahrzeug der Afghanen nicht rechtzeitig angehalten habe, teilten die US- Streitkräfte am Sonntag mit. Ein schwer verletzter Mann sowie eine schwer verletzte Frau und ihr unverletztes Baby seien in ein Krankenhaus auf dem Stützpunkt Bagram bei Kabul geflogen worden.

Der US-Botschafter in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, kondolierte den Angehörigen der Opfer. In einer am Sonntag von der US-Botschaft in Kabul verbreiteten Erklärung nannte er den „Verlust unschuldigen Lebens“ ein „tragisches Ereignis“. Die US-Streitkräfte hatten mitgeteilt, in dem am Samstagabend gestoppten Kleintransporter seien keine Waffen gefunden worden, und eine Untersuchung angekündigt. Sie hatten aber offen gelassen, ob es sich bei den Opfern tatsächlich um Zivilisten gehandelt hatte.

Ein Menschenrechtsexperte der Vereinten Nationen forderte unterdessen die US-Streitkräfte in Afghanistan am Samstag dazu auf, unabhängigen Beobachtern Zugang zu ihren Gefangenenlagern zu erlauben, in denen 300 bis 400 Menschen festgehalten werden sollen. „Der Mangel an Transparenz gibt Anlass zu ernster Sorge über die Rechtmäßigkeit und die Bedingungen ihrer Haft“, sagte Cherif Bassiouni.

Bei Gefechten in der südafghanischen Unruheprovinz Kandahar wurden drei afghanische Soldaten und zwei Taliban-Kämpfer getötet. Wie die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP am Samstag berichtete, hatten die Taliban-Rebellen in der Nacht einen Militärposten angegriffen und vorübergehend besetzt, bevor sie wieder vertrieben wurden. Die Provinz Kandahar war die Hochburg der Ende 2001 gestürzten radikalislamischen Taliban.

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