Zu teuer
Den Haag entzieht Islamkritikerin Personenschützer

Trotz Morddrohungen will die niederländische Regierung den Personenschutz für Ayaan Hirsi Ali nicht weiter bezahlen. Die rebellische Politikerin kritisiert vor allem das islamische Frauenbild. Nach ihrer Ausreise in die USA ist Ali in Zukunft wohl auf sich allein gestellt.

BRÜSSEL. Die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali sorgt in den Niederlanden wieder einmal für Aufregung – und das, obwohl die gebürtige Somalierin, die einige Jahre für die rechtsliberale Partei VVD im Den Haager Parlament vertreten war, vor einem Jahr in die USA abgereist war. Dort wollte sie für einen neokonservativen Think Tank arbeiten; ihr Mandat als Abgeordnete in den Niederlanden legte sie deshalb nieder.

Doch nun musste Hirsi Ali Hals über Kopf in die Niederlande zurückkehren. Der Grund: Die Regierung in Den Haag lehnt es ab, künftig weiterhin für die Sicherheit der rebellischen Politikerin zu bezahlen. „Ayaan Hirsi Ali hat kein Mandat mehr. Damit hat sie den Anspruch auf die Bezahlung ihres Personenschutzes durch den niederländischen Staat verloren“, sagt Justizminister Ernst Hirsch Ballin. Zudem sorge man grundsätzlich nur im Inland für die Sicherheit öffentlicher Personen.

Die 37jährige Hirsi Ali muss seit Jahren mit regelmäßigen Morddrohungen leben. Sie hatte wiederholt den Islam kritisiert, vor allem die Behandlung der Frauen. Bekannt geworden war sie durch den Film „Submission“, den sie gemeinsam mit dem vor drei Jahren ermordeten Filmemacher Theo van Gogh produziert hatte. Darin ist eine nackte Frau zu sehen, auf deren Haut Koranverse geschrieben werden. Seitdem war auch Hirsi Ali bedroht und steht deshalb unter Personenschutz.

Während ihrer Zeit in den Niederlanden war das kein Problem – anders in den Vereinigten Staaten: Weil die USA grundsätzlich keine Bodyguards für „gewöhnliche Bürger“ zur Verfügung stellen, musste die niederländische Regierung auch auf der anderen Seite des Teichs für die Sicherheit Hirsi Alis zahlen – mindestens zwei Millionen Euro pro Jahr.

Doch dem Justizminister in Den Haag, Ernst Hirsch Ballin, ging das zu weit. Er stellte die Zahlungen ein. „Es war lediglich eine Übergangsregelung und das war von Anfang an klar. Wir haben sechs Mal mit Frau Hirsi Ali darüber gesprochen“, schrieb der Minister in einem Brief an das Parlament. Bereits zweimal sei die Finanzierung verlängert worden, nun, zum 1. Oktober, ist sie endgültig ausgelaufen.

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