Zu Tode gesteinigt
Zwei Ausländer in Kabul getötet

Erstmals seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban vor zweieinhalb Jahren sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul zwei ausländische Zivilisten getötet worden. Sie wurden gesteinigt.

HB KABUL. Die Leichen der beiden Männer seien am Sonntag in einem alten Garten in der Nähe der Stadtmitte von Kabul gefunden worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Lufullah Maschal, der Nachrichtenagentur Reuters. Eines der Opfer habe einen Schweizer Reisepass gehabt, sagte Maschal. Die Nationalität des zweiten sei nicht bekannt. Ein Vertreter der Schweizer Botschaft in Kabul sagte, Diplomaten des Landes seien über die Tötung informiert worden und bemühten sich darum, mehr Einzelheiten von den Behörden zu erfahren. Zum möglichen Motiv der Steinigung machte die Botschaft keine Angaben.

„Anwohner haben die Polizei informiert und ihr die Leichen gezeigt. Es sind Ermittlungen im Gang, wer sie gesteinigt hat und warum“, sagte Ministeriumssprecher Maschal. Die beiden Männer wurden Polizeiangaben zufolge in der Nacht zum Sonntag unter anderem mit Ziegelsteinen beworfen. Sie seien vor neun Tagen aus Pakistan nach Kabul gekommen und hätten traditionelle afghanische Kleidung getragen - Pluderhosen, lange Hemden und Kopfbedeckungen aus Wolle, sagte der stellvertretende Chef der Kabuler Polizei, Chalil Aminsada, weiter.

Der Islam sieht den Tod durch Steinigung als Strafe für Ehebrecher vor. Die Strafe wurde regelmäßig unter der radikal-islamischen Taliban-Regierung des Landes vollzogen, die Ende 2001 mit Hilfe internationaler Truppen gestürzt wurde. Anhänger der Taliban kämpfen derzeit noch im Süden und Osten Afghanistans gegen die neue Ordnung im Land. Mehr als 700 Menschen, darunter Zivilisten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, US- und Regierungstruppen sowie militante Kämpfer sind seit vergangenen August bei Kämpfen getötet worden.

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