Zu wenig Geld
Bush-Sprecher schmeißt hin

US-Präsident George W. Bush verliert nach seinem Chefberater Karl Rove erneut einen ranghohen Mitarbeiter. Präsidialamtssprecher Tony Snow erklärte, er werde sein Amt noch vor dem Ende von Bushs Amtszeit im Januar 2009 aufgeben.

HB WASHINGTON. Ein konkretes Datum nannte der 52-Jährige aber nicht. Seine Entscheidung basiere allein auf finanziellen Gründen, sagte Snow in der Radiosendung „The Hugh Hewitt Show“: „Ich habe den Leuten immer gesagt, wenn mir das Geld ausgeht, dann muss ich gehen.“

Snow, ein verheirateter Vater von drei Kindern, verdient nach Medienberichten 168 000 Dollar (125 000 Euro) im Jahr. Er war erst 2006 Sprecher des Präsidialamtes geworden, das zu der Zeit wegen der Kriege im Irak und in Afghanistan immer stärker in die Kritik geriet. Zuvor hatte Snow für den konservativen Sender „Fox News“ gearbeitet. Bei seinem Wechsel in die Politik hatte er erhebliche Gehaltseinbußen in Kauf genommen.

Ärzte hatten bei Snow im Frühjahr eine erneute Krebs-Erkrankung festgestellt; er musste seine Arbeit mehrere Wochen ruhen lassen. Damit habe seine Entscheidung aber nichts zu tun, sagte Snow. Unklar blieb zunächst, wann genau Snow ausscheidet. Der Sender „CNN“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, der Sprecher werde möglicherweise bereits im September ausscheiden. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte, Snow werde bleiben, „so lange er kann“.

Erst vor wenigen Tagen hatte Bushs Top-Berater Karl Rove seinen Rücktritt für Ende August dieses Jahres angekündigt. Er galt als „der Architekt“ im Weißen Haus und prägte mehr als zehn Jahre lang mit seinen Ideen und Strategien die Politik des heutigen US-Präsidenten George W. Bush. Die Opposition hatte Rove zuletzt aber vor allem wegen seiner Rolle bei der Enttarnung einer CIA-Agentin und in der Affäre um die Entlassung mehrerer Staatsanwälte im Visier. Rove hatte seine Entscheidung mit dem Wunsch erklärt, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen.

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