Zünglein an der Waage
Nach der Wahl ist vor der Wahl

Weil bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen konnte, beginnt für die beiden Erstplatzierten Sarkozy und Royal unverzüglich der Wahlkampf-Endspurt für die Stichwahl in zwei Wochen. Nun jagen die Kontrahenten in den Revieren der gescheiterten Kandidaten.

HB PARIS. In Frankreich hat nach der ersten Wahlrunde die entscheidende Schlacht zwischen dem konservativen Nicolas Sarkozy und der Sozialistin Ségolène Royal um das Staatspräsidentenamt begonnen. Sarkozy wollte die heiße Phase vor der Stichwahl am 6. Mai mit einer Rede am Montag in Dijon eröffnen, Royal wurde von ihren Anhängern im südfranzösischen Valence erwartet.

Eine Reihe von Umfragen nach der Wahl am Sonntag sahen den 52-jährigen früheren Innenminister und Chef der Regierungspartei UMP in der Stichwahl am 6. Mai vorn. So kann er nach einer am Montag veröffentlichen Umfrage des Instituts LH2 mit 54 Prozent der Stimmen rechnen, die 53-jährige Royal mit 46 Prozent. Allerdings zeigten sich elf bis 20 Prozent der Befragten noch unentschlossen, welchen der beiden Kandidaten sie am 6. Mai zum Präsidenten wählen wollen.

Sarkozy kam nach den Angaben des Innenministeriums in der ersten Runde am Sonntag auf 31,11 Prozent, Royal vereinte 25,84 Prozent der Stimmen auf sich. Der Zentrumspolitiker François Bayrou erhielt 18,55 Prozent und könnte mit seiner Wahlempfehlung an seine Anhänger in zwei Wochen zum „Zünglein an der Waage“ werden. In der Wahlnacht ließ Bayrou nicht erkennen, wen er seinen Anhängern empfehlen wird. Der rechtsextreme Jean-Marie Le Pen bekam 10,51 Prozent, sein schlechtestes Ergebnis in zwei Jahrzehnten.

Weder Bayrou noch der Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen hätten ihre Wähler aufgefordert, für den ehemaligen Innenminister zu stimmen, unterstrich der Chef der sozialistischen Partei und Lebensgefährte von Ségolène Royal, François Hollande am Montagmorgen im Fernsehsender France-2. Bereits am Sonntagabend hatte er für seine Partei jede Vereinbarung mit der UDF-Partei des Zentrumspolitikers Bayrou für die Stichwahl ausgeschlossen.

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