Zugang zu Atomanlage verboten
Nordkorea wieder auf Krawall gebürstet

Nordkoreas Kooperationsphase ist offenbar mal wieder beendet. Weil die USA Pjöngjang nicht von der Liste der "Schurkenstaaten" nehmen wollen, hat Pjöngjang jetzt Uno-Kontrolleuren den Zugang zu seiner umstrittenen Wiederaufbereitungsanlage verboten und treibt die Rückkehr zur Produktion von atomwaffenfähigem Material voran.

HB SEOUL. Im Tauziehen um sein umstrittenes Atomprogramm will Nordkorea in der kommenden Woche seine stillgelegte Wiederaufbereitungsanlage im Atomkomplex Yongbyon wieder in Betrieb nehmen. Die Regierung des kommunistischen Staates unterrichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch auch darüber, dass sie Inspekteuren der IAEA künftig den Zutritt zu der Anlage verweigern werde. Pjöngjang reagiert damit auf die bisherige Weigerung der USA, Nordkorea von seiner Liste der "Schurkenstaaten" zu streichen. Die Regierung Südkoreas zeigte sich angesichts der neuen Entwicklung "besorgt".

Nach Angaben der IAEA-Sprecherin Melissa Fleming haben IAEA - Inspekteure inzwischen die Siegel an der Anlage entfernt, wie von Nordkorea gewünscht. Auch die Kameras zur Überwachung der Anlage seien abgebaut worden.

In der Anlage entsteht beim Aufbereitungsprozess von verbrauchten Uranbrennstäben Plutonium, das von Pjöngjang zurzeit nur zum Bau von weiteren Atomwaffen verwendet werden könnte. Wesentliche Teile seines Atomreaktors hatte Nordkorea im Rahmen seines im Februar 2007 zwischen Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan geschlossenen Abkommens unbrauchbar gemacht. Von ursprünglich 8000 verbrauchten Brennstäben können nach Erkenntnissen Wiener IAEA - Experten noch mindestens 4000 für die Produktion von Plutonium verwendet werden.

Südkorea äußerte sich am Mittwoch besorgt über Nordkoreas Ankündigung, die Wiederaufarbeitungsanlage wieder in Betrieb zu nehmen. Zugleich rief das Außenministerium in Seoul den kommunistischen Nachbarstaat auf, die Arbeiten zur Stilllegung seiner Atomanlagen sobald wie möglich wieder aufzunehmen. Die Regierung sei "tief besorgt" über Nordkoreas Schritte zur Wiederherstellung der Atomeinrichtung, sagte ein Sprecher.

Auch bei der IAEA stieß die Nachricht von dem Schritt Nordkoreas auf Ablehnung. Der US-amerikanische Uno-Botschafter, Gregory Schulte, nannte den Schritt "beunruhigend". In einer Erklärung des Vorsitzenden des seit Montag in Wien tagenden Gouverneursrats wurde Pjöngjang aufgefordert, die Vereinbarung des Abkommens von 2007 einzuhalten. Darin hatte sich Nordkorea zum Verzicht auf sein militärisches Atomprogramm verpflichtet. Im Gegenzug hatten die fünf anderen beteiligten Staaten Pjöngjang umfangreiche Wirtschaftshilfe zugesagt.

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