Zugespitzte Sicherheitslage
Koalition erwägt Anderung von Afghanistan-Mandat

Angesichts der zugespitzten Sicherheitslage in Afghanistan gibt es in der großen Koalition Überlegungen, das Mandat zu verändern. Bei einem Bombenanschlag im Osten des Landes sind zwei Soldaten der US-geführten Truppen getötet worden.

HB BERLIN. „Wenn es zu gefährlich wird, wird man das Mandat anpassen müssen“, sagte der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels im „Kölner Stadtanzeiger“. Das Konzept des Wiederaufbauteams für Nordafghanistan basiere auf der Annahme, dass man es mit einem freundlich gestimmten Umfeld zu tun habe.

Der CDU/CSU-Verteidigungsexperte Bernd Siebert betonte: „Wenn die Risiken im Norden größer werden, müssen unsere Soldaten in eine bessere Situation gebracht werden.“ Siebert sprach sich in dem Blatt für einen verstärkten Schutz der Soldaten aus. „Das ist gar keine Frage.“ Unmittelbaren Handlungsdruck sah der CDU-Politiker aber nicht.

Das Bundestagsmandat beinhaltet die Präsenz von maximal 3 000 Bundeswehr-Soldaten in Kabul sowie im Norden des Landes. Es gilt vorerst bis zum 13. Oktober.

Im Osten Afghanistans sei eine am Straßenrand deponierte Bombe explodiert, als zwei US-Militärs in der Povinz Nangahar Patrouille gefahren seien, sagte eine Sprecherin der US-Armee in Kabul. Sie kamen bei dem Zwischenfall ums Leben. Ein weiterer Soldat und ein Afghane im selben Fahrzeug seien verletzt worden. In einem Anruf bei der Nachrichtenagentur Reuters in der Provinzhauptstadt Dschalalabad bekannten sich die radikal-islamischen Taliban zu dem Anschlag.

Erst wenige Stunden zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban im Südosten des Landes drei US-Soldaten verletzt worden. In Afghanistan ist die Gewalt in den vergangenen Wochen eskaliert. Besonders der Süden des Landes gilt als gefährlich, da die Taliban dort traditionell ihre Hochburgen haben.

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