Zugeständnis an China
Japan entschuldigt sich für Kriegsverbrechen

Japan versucht den Konflikt mit China zu entschärfen. Ministerpräsident Koizumi kam jetzt der Forderung Pekings nach und entschuldigte sich für die Kriegsverbrechen Japans. Doch der zentrale Punkt im Streit zwischen den beiden Ländern bleibt weiterhin unangetastet: Der Tokioter Yasukuni-Schrein.

HB Tokio. „In der Vergangenheit hat Japan durch seine koloniale Herrschaft und Aggression den Menschen vieler Völker, vor allem in den asiatischen Ländern, furchtbaren Schaden und Leid zugefügt", sagte Junichiro Koizumi in einer Rede vor dem Asien-Afrika-Gipfel. Er empfinde „tiefe Reue“ für seine Kriegsvergangenheit.

Auf einem Treffen am Samstag wollen Koizumi und der chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao die angespannte Lage erörtern. Der japanische Ministerpräsident bestätigte jetzt den Termin.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Japan für seine Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg entschuldigt. Koizumis Ausführungen stimmen mit Japans früheren Erklärungen überein. Doch sei es das erste Mal in über einem Jahrzehnt, dass ein japanischer Ministerpräsident sie in einer Rede bei einem internationalen Treffen anführe, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo weiter.

Die neuerliche Entschuldigung wird auch als Versuch Koizumis bewertet, anti-japanische Stimmungen in China und Südkorea zu besänftigen. Diese waren aufgekocht, nachdem Japan ein Unterrichtsbuch zugelassen hatte, das Kritikern zufolge die japanischen Verbrechen im Krieg verharmlost.

Abgeordnete pilgern zum Yasukuni-Schrein

Ein Hauptstreitpunkt zwischen China und Japan bleibt jedoch weiterhin bestehen. Peking hatte frührere Entschuldigungen aus Tokio auch wegen einer umstrittenen japanischen Pilgerstätte nicht akzeptiert. Es handelt sich dabei um den Tokioter Yasukuni-Schrein für Japans Kriegstote. China besteht auf einem Ende der Besuche.

Dies sei der entscheidende Punkt in den Beziehungen, sagte kürzlich der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Qin Gang. Die im Yasukuni auch geehrten 14 Kriegsverbrecher seien direkt für die Aggression in China verantwortlich gewesen.

Ungeachtet der Spannungen pilgerten am Freitag 80 japanische Parlamentsabgeordnete zum Yasukuni-Schrein. An dem Pilgergang anlässlich des jährlichen Frühjahrsfestes nahm zwar kein amtierendes Mitglieder des Kabinetts teil. Trotzdem dürfte der Besuch erneut für Aufregung in China sorgen.

78 der 80 Abgeordneten des japanischen Parlaments, die am selben Tag zum umstrittenen Yasukuni-Schrein gingen, gehören laut japanischer Medien der regierenden Partei der Liberaldemokraten (LDP) von Koizumi an. Die beiden übrigen seien Mitglieder der größten Oppositionspartei der Demokraten (DPJ).

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