Zugeständnisse an den Iran
Schweiz hebt Sanktionen gegen Teheran teilweise auf

Auch die Schweiz hebt ihre Sanktionen gegen den Iran teilweise auf. Damit folgen die Eidgenossen der EU und den USA. Die Zugeständnisse sind eine Reaktion auf die Einigung im Atomstreit mit Teheran.
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ZürichDie Schweiz hebt im Gleichschritt mit der EU und den USA einen Teil ihrer Sanktionen gegen den Iran auf. Damit reagiert die Eidgenossenschaft auf die Einigung im Atomstreit, wie die Regierung in Bern am Mittwoch erklärte. Wie andere internationale Handelspartner erhofft sich auch die Schweiz für ihre Industrie große Absatzchancen in der Islamischen Republik, die wegen der Strafmaßnahmen in vielen Wirtschaftsbereichen vom Westen abgeschnitten war und großen Nachholbedarf hat.

Die Lockerung betreffe jene Sanktionen, die bereits seit Mitte Januar 2014 ausgesetzt waren und trete am Donnerstag in Kraft, erklärte die Regierung. Im Zuge dessen habe die Schweiz die Meldepflicht für den Transport von iranischem Rohöl und Erdölprodukten abgeschafft. Zudem seien Edelmetallgeschäfte mit staatlichen Stellen des Landes wieder erlaubt und die Meldepflichten für den Handel mit petrochemischen Gütern aufgehoben. Weitere Erleichterungen gebe es im Finanzbereich.

Der Iran sowie die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten Mitte Juli eine Einigung im jahrelangen Atomstreit erzielt: Sie sieht vor, dass die Führung in Teheran die atomaren Aktivitäten begrenzt. Im Gegenzug heben die USA, die EU und die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen das Land auf.

Neben der Schweiz wollen auch andere Länder wie Deutschland und Österreich das 80-Millionen-Einwohner-Land als Markt erschließen. Als erster hochrangiger westlicher Politiker besuchte der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Iran. Große Chancen erhoffen sich Autokonzerne sowie Maschinen- und Anlagenbauer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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