Zugriff angeblich nicht geplant
Blutiges Ende des Geiseldramas

Zwei Tage nach Beginn der Geiselnahme von bis zu 1000 Kindern, Eltern und Lehrern stürmten russische Spezialeinheiten die Schule im südrussischen Breslan. Nach einer ersten Bilanz starben weit mehr als 150 Kinder und Erwachsene. Doch offenbar flüchteten einige Terroristen mit Geiseln aus der Schule in die Stadt.

HB BESLAN. Zudem wurden nach offiziellen Angaben mehr als 640 Menschen verletzt, davon mehr als 220 Kinder. Zahlreiche Geiseln konnten fliehen. 20 Terroristen kamen ums Leben, mehreren anderen soll die Flucht gelungen sein. Unter den toten Terroristen sollen sich zehn Araber befinden. Die fliehenden Terroristen haben immer noch einige Geiseln in ihrer Hand. Auch Stunden später lieferten sie sich erbitterte Kämpfe mit den Sicherheitskräften. Drei Terroristen, darunter der Anführer, hielten sich nach Angaben des Krisenstabs am Abend noch im Keller der Schule verschanzt.

Im Kugelhagel der Terroristen rannten Frauen und Kinder in Panik zum Teil halb nackt aus dem Gebäude. Rettungskräfte versorgten die geflohenen Geiseln, die seit Beginn des Dramas nichts zu essen bekommen hatten, zunächst mit Wasser und Nahrung.

Aus Polizeikreisen verlautete, der Zugriff sei nicht geplant gewesen. Die Aktion begann um 13.05 Uhr Ortszeit (11.05 MESZ). Mitarbeiter des Zivilschutzes waren nach telefonischer Absprache mit den Geiselnehmern auf den Schulhof gekommen, um die Leichen mehrerer Menschen zu bergen, die am Mittwoch bei dem Überfall auf die Schule getötet worden waren. Dabei kam es nach offizieller Darstellung zu einer Explosion im Gebäude, in dem die Geiselnehmer Sprengsätze angebracht hatten. Dabei kamen fünf Terroristen ums Leben.

Einer Gruppe von Schulkindern gelang es danach, durch ein Loch in der Wand auf den Schulhof zu entkommen. Die Terroristen schossen auf die fliehenden Kinder, mindestens fünf von ihnen starben. An diesem Punkt ordnete der Krisenstab nach offiziellen Angaben die Erstürmung an. Sondertruppen drangen in das Gebäude ein. Einige Terroristen nutzten das Chaos, um den Polizeikordon zu durchstoßen. Sie wurden später in der Stadt gestellt und lieferten sich erbitterte Gefechte mit Polizei und Armee. Nach Berichten von Augenzeugen beschossen Panzer ein Gebäude, in dem sich die Terroristen verschanzt hatten.

Nach Medienberichten wurden über 150 Leichen von Geiseln in der Schulturnhalle entdeckt, in der die Terroristen ihre Opfer festgehalten hatten. Am Mittag hatten mehrere Explosionen das Innere der Turnhalle erschüttert und einen Teil des Daches zum Einsturz gebracht. Auch ein Feuer brach in der Schule aus.

Bereits am ersten Tag der Geiselnahme wurden nach offiziellen Angaben bei einer Schießerei mit zivilem Wachpersonal mehrere Menschen getötet. Nach Angaben freigelassener Frauen sollen sich zwei Terroristinnen am Mittwochabend mit mehreren Gefangenen in die Luft gesprengt haben. Dabei sollen bis zu 21 Männer getötet worden sein. Freigelassene Geiseln hatten berichtet, die gefangenen Männer seien getrennt von Frauen und Kindern festgehalten worden.

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