Zum Tod des Palästinenser-Präsidenten
Porträt: Arafat wurde geliebt und gehasst

Jahrzehnte war Jassir Arafat für die Palästinenser strahlende Symbolfigur ihres Kampfes für einen eigenen Staat. International weitgehend isoliert und von Israel geächtet, sank sein Stern in den letzten Monaten seines Lebens angesichts massiver Korruptionsvorwürfe aber auch bei vielen Landsleuten.

HB RAMALLAH. Geboren wurde Arafat vermutlich am 4. August 1929 in Kairo. Er selbst gab seinen Geburtsort als Jerusalem an. Die Fatah-Bewegung gründete der studierte Bauingenieur Ende der 50er Jahre, PLO-Chef wurde er 1969. Ein Jahr danach erlitt die PLO im Schwarzen September in Jordanien eine schwere Niederlage, als König Hussein sie vertreiben ließ.

Erste internationale Anerkennung errang der immer kämpferisch auftretende Mann mit dem schwarz-weißen Kopftuch 1974, als er Israel in einer Rede vor den Vereinten Nationen Frieden anbot. 1982 vertrieben die Israelis ihn und tausende Fatah-Kämpfer aus Beirut; Aufnahme fand er in Tunesien. 1988 proklamierte Arafat während des ersten Palästinenseraufstands das unabhängige Palästina.

Nach dem Golfkrieg von 1991 ging er auf Friedenskurs und erhielt drei Jahre später nach erfolgreichen Autonomieverhandlungen mit Israel den Friedensnobelpreis. 1996 wählten ihn die Palästinenser zu ihrem Präsidenten. Doch nach der Ermordung des israelischen Regierungschefs Izchak Rabin 1995 und der Wahlniederlage von Schimon Peres begann Arafats politischer Niedergang. Unter Ministerpräsident Ehud Barak scheiterte das Bemühen um ein Friedensabkommen in Camp David. Kurz darauf begann Ende September 2000 der zweite Volksaufstand der Palästinenser. Die letzten drei Jahre verbrachte Arafat unter von Israel verhängtem Hausarrest in seinem Hauptquartier in Ramallah.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%