Zum Tod von Johannes Paul II.
Bush: „Champion der menschlichen Würde und der Freiheit"

HB DÜSSELDORF. US-Präsident George W. Bush hat den gestorbenen Papst Johannes Paul II. als eine der größten moralischen Führungspersönlichkeiten der Geschichte gewürdigt. Der Heilige Vater sei ein „Champion der menschlichen Würde und der Freiheit gewesen“, sagte Bush mit seiner Frau Laura an der Seite am Samstag im Weißen Haus. Bereits unmittelbar nach der Todesnachricht hatte der Präsident, der Protestant ist, die Flagge am Weißen Haus auf Halbmast senken lassen.

Bush hob den Einsatz des Papstes für die Freiheit noch zu Zeiten des Kommunismus und dessen lebenslanges Engagement für den Schutz der Schwachen hervor. Er sei bescheiden, weise und furchtlos gewesen und habe auch im Angesicht des Leidens Mut gezeigt - „ein Held für alle Zeiten“, erklärte der dunkel gekleidete Präsident. „Johannes Paul II. inspirierte Millionen Amerikaner und so viele Menschen in der Welt.“ Bush hatte sich seit Donnerstagabend ständig über den Zustand des Papstes auf dem Laufenden halten lassen. In einem seltenen Schritt war zudem seine stets am Samstag ausgestrahlte wöchentliche Rundfunkansprache nicht bereits am Freitag aufgezeichnet worden, sondern erst kurz vor der Veröffentlichung. Der Präsident wollte bis zuletzt die Entwicklungen abwarten und äußerte dann zum Auftakt seiner Ansprache bereits Worte der Würdigung für den zu diesem Zeitpunkt im Sterben liegenden Papst.

Politische Kreise erwarteten, dass Bush zu den Trauerfeierlichkeiten nach Rom reisen wird. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN wäre er der erste US-Präsident, der einen solchen Schritt unternimmt. Das Verhältnis zwischen Bush und dem Papst war nicht unkompliziert: Johannes Paul II. hatte den Irakkrieg kritisiert, aber auf der anderen Seite fand die Haltung des US- Präsidenten in sozialen Fragen, so seine starke Position gegen die Abtreibung, den Beifall des Papstes.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso würdigte die „wichtige Rolle“ des gestorbenen Papstes Johannes Paul II. bei der Vereinigung Europas. Er habe sich für Frieden und Demokratie auf dem Kontinent eingesetzt. „Die Europäer werden seinen Kampf für Frieden und Menschenwürde nie vergessen“, betonte Barroso in einer Erklärung, die am Samstag in Brüssel in sechs Sprachen - Italienisch, Französisch, Polnisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch - verbreitet wurde. Eine besondere Botschaft des Mitgefühls richte er an die polnische Nation, für die Karol Wojtyla einer ihrer herausragendsten Söhne gewesen sei, fügte Barroso hinzu.

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