Zum Tod von Johannes Paul II.
Kirchengruppen: Würdigung - aber auch Kritik

Vertreter von Kirchengruppen in Deutschland hoben die Bemühungen Johannes Pauls II. für Frieden und Menschenrechte hervor. Kirchliche Reformbewegungen äußerten sich aber auch kritisch zum Wirken des Papstes.

HB DÜSSELDORF. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) würdigte in einer ersten Stellungnahme den unermüdlichen Einsatz des Papstes für die Menschenrechte. Weiter würdigte die kirchliche Laienorganisation die strikte Ablehnung von Krieg als Mittel der Politik durch den Papst. Dadurch habe sich der Pontifex international großes Renommee als Mann des Friedens erworben.

Der Präsident des Zentralkomitees, Hans Joachim Meyer, verwies auch auf die Rolle des Papstes in der Ökumene: „Er hat viel bewegt - und dabei zugegeben, dass sein Amt eine große Schwierigkeit auf dem Weg zur Einheit der Christen ist. Aber er hat auch immer klar gesagt, dass der Weg zur Ökumene nicht an der Wahrheit vorbei gehen kann. Das hat Illusionen zerstört, aber auch Hoffnungen gedämpft.“

Das katholische Hilfswerk Misereor lobte den Papst als unermüdlichen Vorkämpfer für eine Kultur der Solidarität in einer immer stärker globalisierten Welt. „Mit dem Tod Johannes Paul II. verliert die Welt einen herausragenden Anwalt der menschlichen Würde und der Solidarität mit den Armen“, sagte der Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. Bereits auf seiner ersten Reise nach Lateinamerika 1979 habe sich der Papst vorbehaltlos auf die Seite der Armen gestellt und ungerechte Strukturen angeklagt.

Die Juden in Deutschland würdigten die christlich- jüdische Verständigungsarbeit des gestorbenen Papstes. „Wir erinnern uns voller Dankbarkeit an die wahrlich historischen Zeichen, die Johannes Paul II. gesetzt hat, als er als erster Papst eine Synagoge und später die heilige Stätte der Juden, die Klagemauer in Jerusalem, besucht hat“, sagte der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, am Samstag. Für die Juden sei Johannes Paul II. auch der „Papst des Friedens“ gewesen.

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