Zur Sicherung der Atomanlagen: Moskau liefert Flugabwehrraketen an Iran

Zur Sicherung der Atomanlagen
Moskau liefert Flugabwehrraketen an Iran

Russland hat Iran die vereinbarte Lieferung von Flugabwehrraketen zum Schutz der Atomanlagen unter anderem in Buschehr und Isfahan zugesichert.

HB MOSKAU. „Wir haben einen Vertrag über den Export von Flugabwehrsystemen an Iran geschlossen. Es gibt keinen Grund, ihn nicht zu erfüllen“, sagte der Leiter der Behörde für die militärtechnische Kooperation mit dem Ausland, Michail Dmitrijew, am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax in Moskau. Dmitrijew gab zugleich einen Rekordexport russischer Rüstungsgüter 2005 im Gesamtwert von umgerechnet 5,1 Mrd. Euro bekannt.

Verteidigungsminister Sergej Iwanow hatte Ende 2005 die Lieferung von bis zu 30 Flugabwehrsystemen des Typs „Tor-M1“ zur Verteidigung iranischer Atomanlagen sowie wichtiger Regierungsgebäude gegen Angriffe aus der Luft angekündigt. Über Liefertermine machte Dmitrijew am Donnerstag keine Angaben. Moskauer Medien spekulierten zuletzt, die Waffensysteme sollten bis Mitte des Jahres in Iran installiert werden. Die US-Regierung hatte angekündigt, in Moskau gegen das Rüstungsgeschäft zu intervenieren.

Das Flugabwehrsystem „Tor-M1“ wird mit jeweils vier Boden-Luft- Raketen bestückt, die eine effektive Reichweite von zwölf Kilometern haben. Sie dienen vor allem zur Vernichtung tief fliegender Objekte wie Marschflugkörper, Kampfjets und Präzisionsbomben. Russische Zeitungen berichteten im Januar, Russland habe mit Iran auch über den Verkauf des deutlich leistungsstärkeren Raketenabwehrsystems S-300 verhandelt. Dmitrijew dementierte dies.

Im Konflikt um das Atomprogramm Teherans galt Russland lange Zeit als Fürsprecher iranischer Interessen. Als Reaktion auf die jüngste iranische Atompolitik hat sich auch der Kreml der Haltung von USA und Europäischer Union angeschlossen. Russische Firmen arbeiten seit Jahren an der Fertigstellung des ersten iranischen Atomkraftwerks in der Nähe der Stadt Buschehr am Persischen Golf. In Isfahan steht das größte Nuklear-Forschungszentrum des Landes.

Die russischen Waffenschmieden verzeichnen nach dem Kollaps der sowjetischen Rüstungsindustrie seit einigen Jahren wieder deutliche Zuwächse. Zwischen 2004 und 2005 stiegen die Umsätze um fast 30 Prozent. Wichtigste Abnehmer sind traditionell China und Indien. Im kommenden Jahr will Russland Rüstungsgüter im Wert von 5,8 Mrd. Euro auf dem Weltmarkt verkaufen. Bei konventionellen Waffen ist Russland seit einigen Jahren vor den USA weltweit der größte Exporteur.

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