Zusage
Deutschland stockt Hilfe für Syrien-Opfer auf

Weitere zwölf Millionen Euro aus Deutschland sollen dabei helfen, die Notquartiere syrischer Flüchtlinge winterfest zu machen. Experten rechnen jedoch damit, dass die Kapazitäten längst nicht ausreichen werden.
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New YorkDeutschland erhöht seine Hilfen für die Opfer des Syrien-Konflikts um zwölf Millionen auf insgesamt 67,3 Millionen Euro. Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte in New York, mit der Bereitstellung des Geldes für den Nothilfefonds der Vereinten Nationen leiste Deutschland „einen wichtigen Beitrag, um die Not der Menschen in Syrien zu lindern“. Westerwelle (FDP) wollte am Mittwochvormittag Ortszeit mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zusammentreffen und mit ihm auch über dieses Thema sprechen.

„Die Vereinten Nationen werden die zusätzliche deutsche Hilfe nutzen, um Flüchtlingsquartiere in Jordanien und anderen Nachbarländern winterfest zu machen und die Menschen in Syrien mit Essen, lebensnotwendiger Medizin und warmer Kleidung zu versorgen“, erklärte Westerwelle. Die Staatengemeinschaft dürfe bei ihren Bemühungen um eine politische Lösung nicht „den humanitären Albtraum vergessen, den ein Großteil der mehr als drei Millionen hilfsbedürftigen Menschen in Syrien Tag für Tag durchlebt. Gerade jetzt, wo der Winter naht, brauchen diese Menschen dringend unsere Hilfe.“

Mehr als drei Millionen Menschen leiden in Syrien unter den Kämpfen, mehr als 360.000 Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen befürchtet, dass sich allein bis Jahresende die Zahl der Flüchtlinge verdoppeln könnte. Der herannahende Winter verschärft die humanitäre Lage weiter.

Durch den Nothilfefonds der Vereinten Nationen werden humanitäre Hilfsmaßnahmen in Syrien finanziert. In enger Abstimmung mit den UN können deutsche und internationale Hilfsorganisationen den Angaben zufolge Gelder für Projekte in Syrien beantragen, die angesichts der humanitären Notlage und des herannahenden Winters jetzt besonderen Vorrang haben. Von den 67,3 Millionen Euro werden 30,3 Millionen Euro durch das Auswärtige Amt für humanitäre Hilfe in Syrien und für die Versorgung der Flüchtlinge in den Nachbarländern finanziert.

Die Vereinten Nationen warnen derweil vor einer Selbstzerstörung Syriens durch den Bürgerkrieg und einer Ausweitung des Konflikts auf die Nachbarländer. Besonders gefährdet seien der Libanon, Israel und die Türkei, sagte Jeffrey Feltman, der Chef der politischen Abteilung, am Dienstagabend (Ortszeit) in New York, wo er zuvor den UN-Sicherheitsrat bei einer nicht öffentlichen Sitzung über die Lage in Syrien informiert hatte.

Die Lösung im Bürgerkrieg müsse durch einen von Syrien selbst angeführten Prozess erzielt werden, sagte Feltman. Anzustreben sei „ein echter Wechsel und ein klarer Bruch mit der Vergangenheit“.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich bisher auf kein einheitliches Vorgehen in der Syrienfrage einigen können, weil die Vetomächte China und Russland weiter die Regierung von Präsident Baschar al Assad stützen.

 
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zusage: Deutschland stockt Hilfe für Syrien-Opfer auf"

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  • Wenn schon Hilfe dann endlich mit der Entscheidung einzugreifen evtl im Rahmen der UN.

    egal wie, Assad hat versagt, er hat es nicht geschafft, die Rebbellen schnell zu töten oder eben, sein Platz zu räumen und so den weg zur Neuwahl frei machen, wird er wieder gewählt, wären damit auch die Vorwürfe haltlos er wäre ein Schlächter....

  • Und wer lindert die Not der mehr als 9000 Straßenkinder und der ständig wachsenden Zahl Obdachlosen in Deutschland?Es wird Zeit daß die Scheinheiligen Partei "FDP und die anderen Schmarotzer Parteien von der Bildfläche verschwinden.Wir haben es 2013 in der Hand.

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