Zusammenarbeit mit Iran Washington schmiedet „Achse des Guten“

Lange war zwischen USA und Iran Eiszeit. Das Mullah-Regime gehörte zu Bushs berüchtigter „Achse des Bösen“, ebenso wie der Irak. Nun wollen Washington und Teheran gemeinsam vorgehen – gegen die Isis-Kämpfer im Irak.
Update: 16.06.2014 - 16:42 Uhr 8 Kommentare

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Washington
Die Krise im Irak bringt offenbar zwei Erzfeinde näher zusammen. Wie das „Wall Street Journal“ in der Nacht zum Montag berichtete, bereitet die US-Regierung direkte Gespräche mit dem Iran vor. Dabei solle es um die Sicherheitslage im Irak und Wege zur Vertreibung der Sunnitenmiliz Isis gehen, sagten hochrangige US-Vertreter der Zeitung. Außenminister John Kerry bestätigte am Montag, die USA seien offen für Gespräche. Sogar eine militärische Kooperation sei nicht ausgeschlossen.

Die Gruppe, die sich „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ nennt, hatte in den vergangenen Tagen Teile des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht. Die radikalen Islamisten gingen dabei äußerst brutal vor. Die Armee startete nach eigenen Angaben am Wochenende eine Gegenoffensive.

Wie das „Wall Street Journal“ weiter berichtete, wird mit dem Beginn der direkten Gespräche zwischen Washington und Teheran noch in dieser Woche gerechnet. Unklar sei allerdings noch, über welche diplomatischen Kanäle sich die US-Regierung mit Teheran austauschen wolle. Einen Anlass könnten die Atomverhandlungen mit der Islamischen Republik bieten, die am Montag in Wien beginnen.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte sich zuvor offen für eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Isis gezeigt. Allerdings müsse die Initiative von den Amerikanern ausgehen. Zwischen Washington und Teheran hatte unter anderem wegen des Atomstreits jahrelang eine Eiszeit geherrscht. Zuletzt gab es aber dort bereits eine Annäherung. Zu Amtszeiten von US-Präsident George W. Bushs (bis 2009) hatte der Iran zur so genannten „Achse des Bösen“ gezählt, neben dem Irak und Nordkorea.

Die Gebietseroberungen der radikalislamischen Milizen im Irak und in Syrien alarmieren nicht nur die USA. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen will am Montag in Ankara mit dem türkischen Außenminister Ahmed Davutoglu die Bedrohungslage besprechen.

Das Nato-Land Türkei grenzt sowohl an Syrien als auch an den Irak. Alle drei Länder haben zudem eine nach Autonomie strebende kurdische Minderheit, und die Türkei befürchtet ein Übergreifen der Konflikte. Die USA haben wegen der Erfolge der sunnitischen Islamisten einen Flottenverband um den Flugzeugträger „George H.W. Bush“ in den Persischen Golf entsandt.

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, erwartet kurzfristig keine konjunkturellen Rückschläge wegen der neu aufgeflammten Gewalt. „Ich warne  vor  Panikmache. Es bleibt abzuwarten,  wie weit die Auseinandersetzungen  im Irak eskalieren“, sagte Horn Handelsblatt Online. „Im Zweifel führen sie zwar zu einem höheren Ölpreis, der aber kurzfristig keinerlei Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland haben dürfte.“

Erst  wenn der Ölpreis „längerfristig auf hohem Niveau“ verharre, vermindere er die Kaufkraft deutscher Haushalte mit negativen Auswirkungen auf die Konjunktur, sagte Horn weiter. Aus Sicht des IMK-Chefs drohen angesichts des deflationären Umfelds im Euro-Raum auch keine Inflationsgefahren. „Das Ganze zeigt aber, wie wichtig es auf Dauer ist, sich durch die Energiewende und durch Energiesparen unabhängiger von Öleinfuhren zu machen“, sagte Horn. 

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8 Kommentare zu "Zusammenarbeit mit Iran: Washington schmiedet „Achse des Guten“"

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  • Washington schmiedet etwas Gutes?

    Ist das ein schlechter Witz?

    Washington überwachte 35 Staats- und Regierungschefs!

    Washington achtet keine Gesetze und respektieren niemanden! ( Guantanamo, Irak, Afganistan, Lybien, Syrien, Ukraine, ... etc. )

    Es ist eine außer Kontrolle geratene Mafia von Schurken, die Regierungsposten übernommen hat.

    Persönliche Freiheiten werden weltweit unter dem Vorwand des selbst initiierten Terrors abgeschafft!

    Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

  • Im Internet tauchen jetzt immer mehr Gräuelfotos auf, die der Verantwortung dieser Terrorbande zugeschrieben wird, u.a. die Ermordung kleiner Mädchen (Kinder) "im Namen Allahs", um an deren Organe zu kommen.

    Diese Terror-Organisation wurde mit Hilfe der USA und ihrer lieben Verbündeten, insbesondere der Vorzeige-Demokratie Saudiarabien, aufgebaut, trainiert und finanziell ausgestattet. Damit ist die USA für diese Verbrechen mitverantwortlich (wie für fast allen Terror weltweit) - und SCHULDIG, wenn sie jetzt nicht deutlich Flagge zeigen und versuchen das völlige Desaster noch zu verhindern. Das nicht zu tun bedeutet dann nämlich unter diesen historischen Umständen direkt Billigung (und womöglich sogar fortlaufende Unterstützung) dieser Verbrecher. Insbesondere dem maroden Saudi-Regime, dem direkten "Hintermann" dieser Mörder, muß die "rote Karte" gezeigt werden. Der Sturz dieses Anachronismus namens Saudiarabien ist längst überfällig.

  • Tauwetterpolitik zwischen den USA und dem Iran gibt es schon länger; das liegt an sich verschiebenden Interessen in der Region. Ein schöner Artikel dazu hier: http://de.intstrat.org/article/die_politische_karte_des_nahen_ostens_reloaded_12__iran_/

  • Würde der Iran im Alleingang gegen ISIS vorgehen, so wäre damit für die USA der lang erhoffte Vorwand gegeben, den Iran angreifen zu können. Es ist ein strategisch kluger Schachzug der Mullahs, sich auf eine begrenzte Kooperation mit ihrem Erzfeind einzulassen. Es wird sie jedoch schwerlich auf Dauer vor einer Aggression der US-Hegemonialmacht schützen.

  • Man wird langsam schwindelig wie schnell Gut und Böse wechseln. Die Guten sind jetzt Iran und USA.. na sowas hoffentlich kommen unsere Berufspolitiker da noch hinterher.

    Das ein paar Tausend Terroristen sich über 1000 KM mit Waffen und Munition versorgen können, muss zum Nachdenken zwingen. Das geht nur aus der Türkei deren Machthaber Erdogan ja ein neues Osmanisches Reich mit Burka und Kopftuch als Gottesstaat aufbauen will. Das sind jetzt die Bösen..verstanden!

    Die Kurden bei uns sollten jetzt die Deutsche Politik unter Druck setzen , sich dafür einzusetzen das ihr Anführer Öcalan frei kommt und das freie Kurdesdan verteidigt. Schliesslich war es Fischer und Schröder die dafür gesorgt haben, dass Öcalan in Türkische Hände gefallen ist. Der Freiheitskämpfer Gauck wird sich kaum für die Kurden einsetzen und auch Merkel steht fest an der Seite von Erdgan wenn es gegen die Freiheitskämpfer der Kurden geht. Die Besuche von Deutschen Politikern bei Öcalan wie es ihm geht, ist schlimmer als Folter. Vor allen wenn die Roth oder Özdemir kommen.

  • Würde der Iran im Alleingang gegen ISIS vorgehen, so wäre damit für die USA der lange erhoffte Vorwand gegeben, den Iran anzugreifen. Strategisch klug gedacht ist es, wenn die Mullahs jetzt eine begrenzte Kooperation mit ihrem Erzfeind eingehen.

  • Nach Ihrer Theorie dürfte es unter Assad im Syrien auch keine Isis geben.
    Ob unter Saddam ein anderer militärischer Verlauf gegeben währe ist mehr als unwahrscheinlich.Eher würden wir nichts mitbekommen, weil sich kein Journalist dort hintrauen würde, im Gegensatz zu jetzt.

  • Schöne Situation:Den Teufel mit Beelzebub bekämpfen. Gespräche sind immer gut, zu allen Seiten, klar - aber diese Situation ist dadurch entstanden, dass die Vereinigten Staaten nach der Irak-Invasion gleich die irakische Armee aufgelöst und damit eine riesige Schicht von Gebildeten ins Nichts geschickt haben, darunter viele Sunniten, die für einen anderen Irak, der nicht auf Sekten beruht, gekämpft hätten. Die unterstützen jetzt die Fundis im Vormarsch gegen Maliki.
    Chickens come home to roost, in other words. Was immer du jetzt tust, ist falsch. Obamas Kontemplationspause macht Sinn.

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