Zustimmung der Bundesregierung gilt als sicher: Emirate wollen Bundeswehr-Panzer kaufen

Zustimmung der Bundesregierung gilt als sicher
Emirate wollen Bundeswehr-Panzer kaufen

Zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bahnen sich spektakuläre Rüstungsgeschäfte an. Nach Informationen des Handelsblattes wollen die Emirate hunderte Exemplare des Kampfpanzers „Leopard-II-A4“, des Schützenpanzers „Marder“ und der Panzer-Haubitzen 2000 von der Bundeswehr übernehmen sowie etliche U-Boote kaufen.

HB MÜNCHEN/ABU DHABI. Dies bestätigten Regierungs- und Industriekreise auf Nachfrage. Da es bereits eine Grundsatzentscheidung der Bundesregierung für eine „strategische Partnerschaft“ mit den Emiraten gibt, gilt die Zustimmung des für die Ausfuhrgenehmigung zuständigen Bundessicherheitsrates als gewiss.

Das Rüstungsgeschäft soll auch Thema auf der bevorstehenden Reise von Bundeskanzler Gerhard Schröder durch die Golfstaaten sein. Möglicherweise wird dabei eine Absichtserklärung für das Geschäft unterschrieben. Am Dienstag besucht Verteidigungsstaatssekretär Peter Eickenboom die Rüstungsmesse IDEX in Abu Dhabi. Panzer und Artillerie sollen aus den aktuellen Beständen der Bundeswehr kommen. Deutschland kommt das Interesse der Emirate sehr recht: Die Bundesregierung will das Heer modernisieren, die Truppenstärke verringern und muss daher auch Ausrüstung abbauen.

Zur Zeit sprechen die Emirate auch mit Ferrostaal über den Kauf von bis zu fünf deutschen U-Booten. Die MAN-Tochter vermarktet weltweit die Schiffe, die von HDW gebaut werden. Die Kieler Werft gilt als Marktführer, weil sie einen besonderen Brennstoffzellenantrieb entwickelt hat, der die Boote besonders leise und nahezu unauffindbar macht. Je nach Ausstattung können die U-Boote über 350 Mill. Euro pro Stück kosten.

Die Kanzlerreise könnte auch ein weiteres Geschäft befördern: Seit gut drei Jahren verhandelt der Technologie- und Rüstungskonzern Rheinmetall mit den Emiraten über die Lieferung von Spürpanzern des Typs „Fuchs“. Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann, die führenden deutschen Heerestechnik-Hersteller, würden von Aufträgen zur Instandhaltung oder Modernisierung profitieren. Beide Konzerne wollten sich aber nicht äußern.

Beim Besuch von Schröder in den Emiraten vor drei Jahren hatten beide Seiten eine „strategische Partnerschaft“ geschlossen, die auch eine militärische Kooperation umfasst. So bildet Deutschland in den Emiraten irakische Soldaten aus. Im April beginnt das Training eines irakischen Pionier-Bataillons, das seine Ausrüstung von der Bundeswehr und den Emiraten erhält. Derzeit informiert sich Bundesinnenminister Otto Schily über die Schulung irakischer Polizisten durch Beamte des Bundeskriminalamtes.

Hinter dem Interesse an der deutschen Heerestechnik steht der Wunsch, die Landstreitkräfte zu modernisieren: Die Emirate haben bisher ihre Ausrüstung bei einer Vielzahl von Anbietern aus Russland, Frankreich oder den USA beschafft. Möglicherweise könnte es auch zu einem Gegengeschäft kommen. Die Emirate bieten Berlin das mit Jordanien gemeinsam entwickelte gepanzerte Truppentransportfahrzeug „Nimr“ an. Für die Emirate wäre ein positiver Bescheid ein großer Prestige-Gewinn. Denn das Land bemüht sich stark um den Aufbau eigener Industrien, um seine Importabhängigkeit zu verringern.

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