Zuversicht vor neuen Verhandlungen: Es wird ernst zwischen den USA und dem Iran

Zuversicht vor neuen Verhandlungen
Es wird ernst zwischen den USA und dem Iran

Die Atomgespräche mit dem Iran sollen der Meinung des US-Außenministers Kerry zufolge bald in die entscheidende Runde gehen. Alle Verhandlungspartner stünden dem Abschluss der Gespräche positiv gegenüber.
  • 0

Paris/TeheranUS-Außenminister John Kerry will wichtige europäische Amtskollegen über seine Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm informieren und mit ihnen das weitere Vorgehen erörtern. Nach seiner Ankunft am Samstag in Paris wollte Kerry zunächst mit dem französischen Außenamtschef Laurent Fabius sprechen. In einem erweiterten Kreis sollten danach Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, sein britischer Kollege Philip Hammond und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dazu stoßen.

Nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier treten die Verhandlungen jetzt in die entscheidende Phase. Nach einem Meinungsaustausch mit US-Außenminister John Kerry und europäischen Kollegen sagte Steinmeier am Samstag in Paris, es werde ernsthaft von allen Seiten verhandelt, auch von der iranischen. „Einen schlechten Deal hätte man auch schon vor Jahren haben können“, sagte Steinmeier, die USA und Europa würden nur einer dauerhaften Lösung zustimmen.

Die Ukrainekrise und der Kampf gegen islamistischen Terror im Irak und in Syrien dürften weitere Themen sein. Kerry hatte in Montreux und Riad Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt. Er wollte von Paris aus nach Washington zurückfliegen.

Nach dem bisherigen Zeitplan wollen der Iran und die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland noch in diesem Monat einen Rahmenvertrag mit dem Iran erreichen. Bis Juli soll dann eine umfassende Einigung erzielt sein.

Dabei will der Westen sicherstellen, dass der Iran keine Atombombe bauen kann. Teheran bestreitet diese Absicht. Der Iran und die USA haben ein nächstes Atomtreffen für den 15. März vereinbart. Dieses könnte in Paris anberaumt werden, hieß es.

Der Iran zeigte sich vor der möglicherweise entscheidenden Runde der Atomverhandlungen mit den USA zuversichtlich. „Die Aussichten auf einen Erfolg stehen besser als die auf ein Scheitern“, sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif laut IRNA Nachrichtenagentur am Samstag. Ein Scheitern wäre allerdings „nicht das Ende der Welt“.

Sarif will bei seinen nächsten Gesprächen mit US-Außenminister John Kerry Mitte März die Weichen für eine Grundsatzeinigung in dem zwölfjährigen Atomstreit stellen. Ein umfassendes Abkommen soll dann bis Juli erzielt werden.

Alle Seiten haben nicht nur viel Zeit, sondern auch ihren politischen Kredit in den Erfolg der Verhandlungen investiert. Der Iran soll beim Streitpunkt Urananreicherung in der Frage der angereicherten Menge und der Anzahl der Zentrifugen kompromissbereit sein. Umgekehrt fordert Teheran vom Westen die gleiche Bereitschaft bei der Aufhebung der das Land lähmenden Wirtschaftssanktionen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zuversicht vor neuen Verhandlungen: Es wird ernst zwischen den USA und dem Iran"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%