Zuwanderungsabstimmung: Schweizer wollen weniger Ausländer reinlassen

Zuwanderungsabstimmung
Schweizer wollen weniger Ausländer reinlassen

Der Abstimmungskrimi in der Schweiz ist beendet: Zwar sind noch immer nicht alle Stimmen ausgezählt, an einem Ja zu schärferen Zuwanderungsregeln ist aber nicht mehr zu rütteln. Selten war eine Abstimmung so knapp.
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Die Gegner der weiteren Zuwanderung haben sich durchgesetzt: Laut der aktuellsten Hochrechnung des Forschungsinstituts gfs.bern liegen die Befürworter einer schärferen Zuwanderungspolitik mit 50,3 Prozent vorn. Das Institut berechnet im Auftrag des Schweizer Fernsehens „SRF 1“ die Wahlergebnisse. Im Gespräch mit dem Fernsehsender hatte Politwissenschaftler Claude Longchamp bereits zuvor gesagt, dass die Ergebnisse auf „ein haarscharfes Ja“ hindeuten.

Große Städte wie Zürich, Bern lehnten die Verschärfung der Einwanderungsgesetze ab, auf dem Land gab es dagegen Zustimmung. Zudem wurde eine hohe Wahlbeteiligung von rund 56 Prozent festgestellt, einer der höchsten je gemessenen Werte - im Schnitt liegt sie bei 44 Prozent. Jetzt müssen nur noch die Stimmen aus der Stadt Kloten gezählt werden – doch die könnten nichts mehr am Ergebnis ändern.

Bei Schweizer Volksentscheiden gibt es zwei Hürden: Zum einen muss die Mehrheit der Wähler landesweit eine Initiative annehmen. Aber auch die Mehrheit der Kantone muss zustimmen, sprich, in den meisten Kantonen muss eine Mehrheit der Wähler die Initiative annehmen. Dieses so genannte „Stände-Mehr“ war bereits am frühen Nachmittag erreicht. Die Mehrheit der Bevölkerung in 15 Kantonen von 26 stimmte für die Masseneinwanderungsinitiative.

Dabei zeigte sich ein gespaltenes Land: In der an Frankreich grenzenden Westschweiz, die traditionell europa-freundlicher ist, überwiegt die Ablehnung. Im Tessin sind die Befürworter in der deutlichen Mehrheit, in der Deutsch-Schweiz stimmen vor allem die ländlichen und grenznahen Regionen für die Initiative.


Die Initiative der SVP sieht jährliche Höchstzahlen und Kontingente für die Zuwanderung von Ausländern vor. Bei der Besetzung von Stellen sollen Arbeitgeber Bewerbern mit Schweizer Pass den Vorzug geben. Bürger der EU, die im Rahmen eines Personenfreizügigkeitsabkommens seit rund zehn Jahren problemlos in das Nicht-EU-Land Schweiz ziehen können, würden ebenfalls unter die Kontingent-Regelung fallen.

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  • In Deutschland müssen wir uns Sozialflüchktlingen erwehren. Diese werden uns noch von den Politikern schamlos als Fachkräfte verkauft. Kriegsflüchtlinge wie die Familie Miri in Bremen, welche Drogenkartelle aus dem Boden stampfen, Politiker unfähig sind, sich dieser Sache anzunehmen. Ein Buschido mit der Libanesen-Mafia, Berlin unsicher macht und in den Bundestag von zwielichtigen Politikern eingeladen wird. Rockerbanden fast ungestraft co-exisitieren. Brennpunkte in Ballungszentren wie Berlin/Neuköln oder im Ruhrgebiet etc. Polizisten zusammengeschlagen und von muselmanischen Fanatikern abgestochen werden. Ganze Stadtteile von der Sharia beherrscht wird. Deutsche Gesetze, deutsches Recht nichts wert ist.
    Das ist Deutschland.
    Der feine Unterschied zur Schweiz ist, daß die "Migranten“ in der Schweiz deutsche Fachkräfte, vor allem Akademiker sind.
    Zudem sind alle Mitteleuropäer von "deutschem Blute", ein Kulturkreis. Wenn ein Land wie die Schweiz, schon hochqualifizierte Kräfte als unliebsame Migranten abtut, muss es den Schweizern schon sau wohl sein in ihrer Haut.

  • Die Schweizer haben durch ihre Volksabstimmung ihr gutes Recht ausgeübt. Die Schweizer könnten genauso wie wir auch die Ausländer nach Hause schicken.

    Das entscheidet der Souverän, bei uns das Deutsche Volk (Alle Macht geht vom Deutschen Volk aus GG) genauso wie in der Basisdemokratie in der Schweiz.

    Die Schweiz hat durch wirtschaftlichen Druck diese Verträge mit der EU geschlossen (Die EU umschließt die Schweiz). Ich hoffe die Schweiz bleibt standhaft und wir schließen uns der Schweiz an.

    Wir sind der größte Binnenmarkt in Europa und müssen einfach helfen.

  • Alle Achtung vor den Schweizer Bürgern die noch von Freiheit und Selbstbestimmung träumen. Als kleiner Staat dürfte es schwierig werden, gegenüber den Repressalien der EU Stand zu halten. Auch die Schweiz hat sich schon längst in dem tückischen EU- Netz der Unfreiheit verfangen und ist somit genauso wie Deutschland kein unabhängiger Staat mehr.

    Die EU Wirtschafts- und Europolitik ist ein Beispiel des Versagens jenseits jeglicher Vernunft.

    Das Schweizer Ergebnis ist nicht als Abstimmung gegen Ausländer zu verstehen. Als verständliche Reaktion gegen eine massenhafte Zuwanderung als Folge unfähiger EU-Politik, kann von dieser Volksbefragung mehrheitlich keine Fremdenfeindlichkeit abgeleitet werden.

    Die Europawahl wird es zeigen, inwieweit die Schweizer Abstimmung der AFD zusätzlichen Aufwind bereitet, schließlich hat die scheinbare momentane EU-Einigkeit nur noch ein brüchiges Fundament der Angst.

    Die Möglichkeit von Volksabstimmungen wurden uns deutschen Bürgern vor der letzten Wahl ebenfalls zugesagt. Im Endeffekt sollen diese allerdings nur erlaubt werden, wenn absehbar ist, dass das zu erwartende Ergebnis den etablierten Parteien passt.

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