Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg?: Berlin soll Athen elf Milliarden Euro schulden

Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg?
Berlin soll Athen elf Milliarden Euro schulden

Während Berlin über die Folgen eines „Grexit“ debattiert, droht der Bundesregierung eine dicke Blamage: Deutschland soll Griechenland elf Milliarden Euro aus einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schulden.
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AthenDeutschland soll Griechenland einem vertraulichen Bericht des griechischen Rechnungshofs zufolge elf Milliarden Euro aus einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schulden. Dies berichtete die Athener Sonntagszeitung „To Vima“ unter Berufung den Bericht, der letzte Woche der griechischen Regierung vorgelegt wurde.

Der mit der Anleihe verbundene Zwangskredit in Höhe von ursprünglich 476 Millionen Reichsmark war demnach 1942 der Deutschen Reichsbank von der griechischen Zentralbank gewährt worden, um die Besatzungskosten zu decken. Die griechische Regierung hatte im Frühjahr eine Sonderkommission gebildet, die mögliche Forderungen aus dem Zweiten Weltkrieg konkretisieren sollte.

Griechische Politiker und Hinterbliebenenverbände fordern immer wieder Reparationszahlungen von Deutschland für die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs. Berlin weist das stets zurück.

So machen Athener Politiker unter anderem Ansprüche geltend aus einer Zwangsanleihe von 1942 in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar (Preise von 1938). Der Kredit sollte nach Kriegsende zurückgezahlt werden. 1953 verschob das Londoner Schuldenabkommen die Regelung der deutschen Reparationen auf die Zeit nach Abschluss eines „förmlichen Friedensvertrages“. Athen erhielt aber im Rahmen eines Vertrages mit der Bundesrepublik von 1960 Reparationen in Höhe von 115 Millionen D-Mark.

Das Londoner Moratorium wurde 1990 durch den „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ zur Wiedervereinigung gegenstandslos. Nach Auffassung der Bundesregierung ergibt sich daraus, dass die Reparationsfrage nach dem Willen der Vertragspartner nicht mehr geregelt werden sollte. Die Staaten der damaligen Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) - darunter Griechenland - hätten dem in der Charta von Paris zugestimmt. In Athen wird aber argumentiert, dass die Unterzeichner den Vertrag nur „zur Kenntnis“ genommen haben und die Entschädigungsfrage noch nicht geklärt sei.

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Auch Hinterbliebene aus Griechenland verklagten Deutschland

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  • garnicht hätten die vom EUGH bekommen....

    BRD is ne verwaltungs einheit....
    und völkerrechtliche immunität... zumindst wurde die klage aus Italien vor ein paar jahren damit abgebügelt.. im urteil text.^^

    wenn sie was wollen müssen sie das 3 reich verklagen....
    das aber inaktiv ist...^^

    der erste schritt wäre es dahingehend das die GR helfen das die D souverän werden und sich konsituell neu verfassen....

    das wird aber nicht passieren da man D so besser an der leine hat..^^

  • Ich wäre geneigt zu sagen
    geben wir es ihnen doch aber mit der forderung NIE mehr das thema anzuschneiden..... und dafür keiner weitern hilfe mehr...

    die 11 mrd reichen nichtmal 12 monate.. dann ist das verdampft.

    also bitte.....

    die solen mal ausrechen was sie an zinsersparnis hatten während der jahre im Euro...

    und was die D rentner und Sparer die niedrigzins politik an vermögen kostet...

    da wird sicher manchem schwindelig...^^

    und bishe rtragen die D das relativ Klaglos....

    wen man sich dafür mal anschaut was in der AUslandspresse so dafür über uns getippselt wird....

    wäre ich glatt dafür

    gebt es ihnen....

    dafür steigne wir aus dem euro aus...

    dann könne die sich wieder an 18 % zinsen gewöhnen...

    D darbt dann 5 jahre und wird umso stärker draus hervorgehn.... NNUR sind wir danach nicht mehr erpressbar auf so subtile weise

  • Sehr geehrte Frau Kroupi,

    leider ist mein letzter Kommentar abgeschnitten worden, da er die zulässige Zahl der Zeichen überschritten hatte.

    Mir ist der Ernst Ihrer Lage durchaus bewusst. Das Lehrergehalt in D ist meiner Meinung nach zu hoch, v.a. wenn man berücksichtigt, dass diese Berufsgruppe insgesamt 3 Monate bezahlte Ferien hat (und nachmittags oftmals frei, trotz Korrekturen). Aber das ist ein anderes Thema.

    Sie können jedoch nicht Ihr Lehrerinnengehalt in G mit dem in D vergleichen. Da der griechichische Staat nunmal faktisch zahlungsunfähig ist, wird er seinen Beamten auch nur ein kleines Gehalt zubilligen können.
    Es ist mir klar, dass sich Ihre finazielle Situation (und die Ihrer Familie) durch die Austernitätspolitik verschlechtert hat und Sie davon frustriert sind.
    Nur frage ich Sie: Was hat das mit D zu tun? D hat G mit großen Geldsummen und Bürgschaften gehofen und geht dabei erhebliche finanzielle Risiken ein, die meines Erachtens von den deutschen Politikern überhaupt nicht verstanden wurden. Wenn D schon in so großzügigem Umfang hilft, dann hat es auch das Recht zu verlangen, dass G sich anstrengen und sparen muß. Wenn es G finanziell gut ginge, entstünde überhaupt kein Zwang zum Sparen und alle sich um die Macht bewerbenden Parteien würden nur so mit Wahlgeschenken um sich werfen.
    Ich darf Ihnen mitteilen, dass hier in D seit dem Jahr 2000 nahezu kein Nettolohnzuwachs stattgefunden hat. In meinem persönlichen Fall wurde gar die Arbeitszeit erhöht ohne jegliche Kompensation. Dafür sind die Steuern stetig gestiegen.
    Da Sie auch eine Familie haben, möchte ich Ihnen folgende Begenheit aus meinem direkten Umfeld mitteilen. Zum Höhepunkt der G-Krise vor 2 Jahren kam meine Tochter (damals 6 Jahre alt) auch der Schule nach Hause und fragte mich, warum sie einmal ihrer Freundin Sophia (hat eine griechische Mutter) die Miete zahlen müsse. Denn dass habe diese ihr eröffnet. Ich war erst einmal sprachlos, was kleine Kinder schon alles mitbekommen und konnte

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