Zwangsevakuierung in New Orleans rückt näher
Nato macht für Hurrikan-Opfer mobil

Die Nato mobilisiert Schiffe und Flugzeuge für Hilfslieferungen an die Opfer des Hurrikans „Katrina“ in den USA. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Nato-Botschafter am Freitag in Brüssel. In New Orleans kündigte die Polizei an, nach Abschluss der Evakuierung die noch in der Stadt ausharrenden Bewohner notfalls mit Gewalt dort heraus zu bringen. Viele der Betroffenen kündigten Widerstand an. Die freiwillige Evakuierung war am Freitag weit gehend abgeschlossen.

HB BRÜSSEL/NEW ORLEANS. Nach dem Nato-Treffen sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer: „Das zeigt, dass die Allianz bereit ist, auf Anfrage zu helfen und ihren Teil zu tun, menschliches Leid zu lindern.“

Wie es im Hauptquartier des Bündnisses hieß, sollen jeweils zwei bis drei Schiffe und Frachtflugzeuge bereitgestellt werden. Die Verhandlungen darüber seien noch nicht abgeschlossen.

Nach Einschätzung von de Hoop Scheffer werden auf jeden Fall die Transportkapazitäten für Hilfsgüter aus Europa deutlich erhöht. Nach seinen Angaben können die Flugzeuge, die zur Flotte der AWACS- Überwachungsflugzeuge gehören, rasch eingesetzt werden. Die Schiffe seien derzeit auf See und sollen in Kürze einen noch zu bestimmenden Hafen anlaufen.

In Nato-Kreisen wird damit gerechnet, dass erste Schiffslieferungen die USA in zwei Wochen erreichten. Norwegen und Dänemark seien bereit, die Großraumschiffe für die Operation einzusetzen.

In der Katastrophenregion rückt derweil die Zwangevakuierung von noch in New Orleans ausharrendenden Überlebenden näher. „Nur über meine Leiche“, erklärte ein empörter Einwohner im Nachrichtensender CNN zu der Ankündigung der Polizei. Er habe eine Waffe im Haus und werde sich verteidigen, drohte er. Die Polizei rechnet auch bei anderen Bewohnern mit Widerstand.

Nach tagelangem Pumpen sind Medienberichten zufolge nun 40 % der Stadt trocken gelegt. Im übrigen Teil steht das mit Bakterien und Chemikalien verseuchte Wasser teilweise noch meterhoch.

Am Donnerstagabend billigten US-Abgeordnetenhaus und Senat weitere 51,8 Mrd. Dollar (44,08 Mrd. €) für die Hurrikanhilfe. US-Präsident George W. Bush unterzeichnete umgehend ein entsprechendes Gesetz. Bereits in der vergangenen Woche waren 10,5 Mrd. Dollar an Hilfsgeldern genehmigt worden. Bush kündigte an, er werde am Wochenende noch einmal in die Region reisen.

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