Zwangsversteigerungen
Obamas Hypothekenplan kostet 75 Milliarden

Bis zuletzt wurden die Einzelheiten unter Verschluss gehalten, nun werden die Details bekannt: US-Präsident Barack Obama will mit einem 75 Milliarden Dollar schweren Programm Zwangsversteigerungen verhindern. Damit soll der US-Immobilienmarkt stabilisiert werden. Den beiden verstaatlichten Hypotheken-Finanzierern Fannie Mae und Freddie Mac kommt bei dem Plan auch eine Rolle zu.

HB WASHINGTON. Die USA wollen mit den milliardenschweren Hilfen Millionen Hausbesitzern bei ihren Hypotheken unter die Arme greifen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Zusammenfassung des Pakets ist von neun Millionen Familien die Rede, denen eine Zwangsversteigerung erspart werden solle. Bis zu fünf Millionen „verantwortungsbewusste Hausbesitzer“ sollen bei einer Refinanzierung ihrer Hypotheken unterstützt werden. Weitere bis zu vier Millionen sollen Zuschüsse zu ihren monatlichen Zahlungen erhalten.

Dazu würden 75 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Zudem sollen die Hypotheken-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac gestärkt werden.

Präsident Barack Obama sollte das Paket am Nachmittag Ortszeit vorstellen. Es muss vom Kongress verabschiedet werden. Die Veröffentlichung des Entwurfs gab den Aktien in Europa und den USA Auftrieb.

Nach einer Schätzung von Credit Suisse könnten 8,1 Millionen US-Haushalte bis 2012 vor der Zwangsvollstreckung stehen. Das wären 16 Prozent der Haushalte mit Hypotheken. Die Probleme auf dem US-Hypothekenmarkt waren mit der Auslöser für die weltweite Finanzkrise.

„Letztendlich zahlen wir alle einen Preis für die Immobilienkrise und wir alle werden noch einen weit höheren Preis zahlen, wenn wir es zulassen, dass sich die Krise ausweitet“, warnte Obama. Allein 2008 mussten in den USA über drei Millionen Häuser zwangsversteigert werden. „Wir müssen das Ausbreiten der Zwangsversteigerungen und die fallenden Hauspreise für alle Amerikaner eindämmen und alles tun, um es verantwortungsbewussten Hausbesitzern zu ermöglichen, in ihren Häusern bleiben zu können“, hatte Obama am Dienstag betont.

Am Dienstag hatte der Präsident im Kampf gegen die tiefe Rezession das größte Konjunkturprogramm der US-Geschichte mit einem Umfang von 787 Milliarden Dollar (624 Milliarden Euro) unterzeichnet. Es war im wesentlichen von den demokratischen Mehrheiten im Kongress durchgesetzt worden.

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