Zwanzig Tote
Terroristen richten Blutbad in Bagdad an

Einen Tag vor Ende des Fastenmonats Ramadan haben Terroristen im Irak erneut auf einem belebten Markt ein Blutbad angerichtet.

HB BAGDAD/DAMASKUS. Mindestens 20 Menschen starben am Mittwoch, mehr als 40 wurden verletzt, als die Bombe in der Nähe einer Moschee in der 70 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Musajib detonierte, wie die Polizei berichtete. Die meisten der Opfer sollen Iraker sein, die für das an diesem Donnerstag beginnende dreitägige Fest Eid al-Fitr am Ende des Ramadans einkauften. Erst am Montagabend waren in einer belebten Einkaufsgegend der südirakischen Stadt Basra bei einem Autobombenanschlag 20 Menschen ums Leben gekommen.

Derweil beginnen sich sechs Wochen vor der geplanten Parlamentswahl die irakischen Politiker zu positionieren. Der wegen seiner früheren engen Kontakte zum Pentagon umstrittene Vize- Regierungschef Ahmed Chalabi verließ am Mittwoch die von islamischen Parteien dominierte Schiiten-Allianz. Zugleich kündigte der in einen Korruptionsskandal verwickelte frühere Verteidigungsminister Hasim Schaalan seine Rückkehr aus dem Exil an, um zu kandidieren. Chalabi erklärte, er wolle sich vor der für den 15. Dezember geplanten Parlamentswahl mit der Monarchie-Bewegung verbünden.

Chalabi präsentiert sich genau wie auch der schiitische Ex- Übergangsregierungschef Ijad Allawi als säkulare Alternative zu der Schiiten-Allianz. Der Allianz hatte sich kürzlich auch die radikale Bewegung des jungen Schiiten- Predigers Muktada al-Sadr angeschlossen. Für die Wahl haben bereits drei sunnitische Gruppen sowie die wichtigsten Kurden-Parteien ein Bündnis geschlossen.

Ex-Verteidigungsminister Schaalan erklärte, er wolle in Kürze nach Bagdad zurückkehren und wolle dann für ein politisches Amt kandidieren. In seiner Zeit als Verteidigungsminister wollte er seinen politischen Rivalen Chalabi festnehmen lassen, nachdem dieser behauptet hatte, Schaalan habe per Flugzeug 500 Millionen US-Dollar aus dem Etat seines Ministeriums nach Beirut geschafft.

Unterdessen setzte das US-Militär eine Offensive an der Grenze zu Syrien fort. Die US-Luftwaffe bombardierte am Mittwoch Häuser in der Stadt Husayba. Dabei seien mindestens sechs „Terroristen“ getötet worden, teilte das US-Militär mit. Die Häuser seien Zufluchtstätten von Terroristen gewesen. Unter den Getöteten sei das hochrangige El- Kaida-Mitglied Abu Asim, der das Einschleusen von ausländischen Kämpfern und Selbstmordattentätern aus Syrien in den Irak koordiniert habe. Bei einem Hubschrauberabsturz nahe Ramadi 110 Kilometer westlich von Bagdad starben zwei US-Soldaten.

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