Zwei Anschläge
Mindestens 75 Tote im Irak

Bei zwei schweren Bombenanschlägen im Irak sind am Samstag nach ersten Polizeiangaben mindestens 75 Menschen getötet worden. Allein in der Pilgerstadt Kerbela starben demnach 40 Menschen bei der Explosion einer Bombe.

HB BAGDAD. Der Sprengsatz explodierte in einem belebten Viertel in der Nähe der Grabmoschee Husseins, des im Jahr 680 in einer Schlacht gefallenen Enkels des Propheten Mohammed. Der imposante Bau mit seiner goldenen Kuppel ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für schiitische Muslime aus aller Welt. Bei dem zweiten Bombenanschlag in Al-Gadirija bei Bagdad starben nach Polizeiangaben 35 Iraker. 50 weitere wurden verletzt, als der Selbstmordattentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen zündete.

Der Anschlag ereignete sich nur rund 200 Meter vom Immam-Hussein-Schrein entfernt, einem der größten Heiligtümer der Schiiten. Kerbela liegt rund 80 Kilometer südlich von Bagdad und war seit dem Einmarsch der US-Truppen vor vier Jahren schon wiederholt Schauplatz verheerender Anschläge. So wurden im März 2004 bei einer Serie von Anschlägen mehr als 100 Menschen getötet worden. Auch in diesem Jahr waren wieder viele schiitische Pilger Tiel von Angriffen. Bereits auf dem Weg nach Kerbela waren wurden im vergangenen Monat hunderte Menschen getötet.

In Bagdad wurde am Samstag wieder eine Brücke Ziel eines Selbstmordanschlags. Dabei wurden mindestens zehn Menschen getötet, wie die Polizei meldete. Weitere 15 Menschen seien verwundet worden. Wie stark die Dschadrijah-Brücke über den Tigris beschädigt wurde, war zunächst nicht klar. Es ist bereits der zweite Anschlag auf eine Brücke in Bagdad innerhalb einer Woche. Die Al-Sarafijah-Brücke im Norden von Bagdad war am Donnerstag nach der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens eingestürzt. Elf Menschen starben dabei.

Bei zwei Angriffen südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad sind drei US-Soldaten und zwei irakische Dolmetscher getötet worden, wie die Streitkräfte am Freitag mitteilten. Weitere acht Soldaten erlitten Verletzungen. Allein ein Überfall auf einen US-Stützpunkt kostete am Donnerstag zwei Soldaten und die beiden Dolmetscher das Leben, zudem riss am Freitag die Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe einen Soldaten in den Tod.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%