Zwei ehemalige irakische Generäle festgenommen
USA wollen Truppen im Irak reduzieren

Die USA planen ihre Truppenstärke in Irak bis zum Mai von 130 000 auf 100 000 Mann zu verringern. Im Gegenzug sollen die irakischen Sicherheitskräfte bis zu diesem Zeitpunkt von derzeit 100 000 auf 170 000 verstärkt werden, wie der stellvertretende Vorsitzende des Generalstabs, General Peter Pace, am Mittwoch in Washington erklärte.

HB WASHINGTON. Darüber hinaus werde mit zwei multinationalen Division von jeweils 12 000 Mann gerechnet. Weitere Einzelheiten würden am (heutigen) Donnerstag bekannt gegeben, sagte Pace. Nach den Worten des amerikanischen Botschafters in Deutschland, Daniel Coats, wünschen sich die USA auch einen stärkeren Beitrag Deutschlands im Irak.

Insgesamt 100 000 US-Soldaten, darunter Angehörige von Marine und Luftwaffe, Reservisten, Mitglieder der Nationalgarde und Marineinfanteristen, sollen Anfang nächsten Jahres in den Irak entsandt werden und die derzeitigen amerikanischen Truppen dort ablösen. Eine entsprechende Ankündigung werde Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Donnerstag machen, berichtete der Nachrichtensender CNN.

Vize-Generalstabschef Peter Pace sagte am Mittwoch vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Repräsentantenhauses, die Zahl der irakischen Sicherheitskräfte solle von derzeit 100 000 auf etwa 170 000 Mann und später dann auf bis zu einer Viertel Million steigen. Der republikanische Senator und Ausschuss-Mitglied John McCain kritisierte, dass die Zahl der US-Soldaten im Irak nicht ausreiche. Er appellierte an US-Präsident George W. Bush, amerikanische Soldaten so zahlreich und so lange wie für den Sieg nötig zu entsenden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2 - Debatte über die Rolle Deutschlands im UN-Sicherheitsrat

US-Botschafter Coats sagte der „Schweriner Volkszeitung“ (Donnerstag): „Die deutsche Unterstützung in Afghanistan wissen wir sehr zu schätzen. Wenn es in Zukunft aber auch einen großen deutschen Beitrag auch im Irak geben würde, würden wir das sehr begrüßen.“ Im Zusammenhang mit dem deutschen Streben nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat sagte der Botschafter, Deutschland wäre bei einer Erweiterung des Gremiums sicherlich ein wichtiger Kandidat. „Aber meiner Meinung nach muss ein ständiges Mitglied auch einen starken außenpolitischen Einfluss vorweisen können, gestützt auf starke Streitkräfte. Daran müsste Deutschland zurzeit noch arbeiten“, fügte Coats hinzu.

Unterdessen nahmen Soldaten der 82. US-Luftlandedivision zwei ehemalige Generäle der irakischen Armee fest. Die beiden Militärs seien „maßgebliche Geldgeber und Organisatoren von Anti-Koalitions- Kämpfern in und um Falludscha gewesen“, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des US-Militärkommandos in Bagdad. Im Anschluss an die Festnahme am Dienstag sei auch ein Waffenlager entdeckt worden, in dem 20 Panzerfäuste sowie Mörser- und Maschinengewehrmunition sichergestellt worden sei.

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