Zwei Ingenieure
Regierung bestätigt Entführungen im Irak

Etwa zwei Monate nach der Entführung der Archäologin Susanne Osthoff sind im Irak erneut zwei Deutsche entführt worden.

HB BEDSCHI/BERLIN. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte am Dienstag in Berlin den Vorfall. „Ich darf Ihnen bestätigen, dass zwei deutsche Staatsangehörige im Irak vermisst werden. Wir müssen davon ausgehen, dass die beiden Deutschen entführt worden sind. Es handelt sich um Mitarbeiter eines Unternehmens aus dem Raum Leipzig“, sagte Steinmeier vor Beginn einer Sitzung des Krisenstabes des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin.

Die beiden Ingenieure wurden nach Angaben der irakischen Polizei am Dienstag in der Stadt Bedschi im Nordirak entführt. Ein dritter Deutscher sei den Kidnappern entkommen, teilte ein Sprecher der irakischen Firma mit, für die die Männer gearbeitet hatten.

Auch die Ermittlungen in der sächsischen Heimat der Entführten laufen auf Hochtouren. Die Polizei befragte am Dienstagabend den Geschäftsführer des Anlagenbauers Cryotec GmbH, Peter Bienert. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass die Entführten bei dem Unternehmen im sächsischen Bennewitz bei Wurzen beschäftigt seien. „Um der Sache zu dienen, gebe ich heute keine Informationen“, sagte Bienert beim Verlassen des Firmengeländes am Abend.

Die „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch) zitiert Bienert mit den Worten: „Mein Interesse ist, die Kollegen gesund und kurzfristig zurückzubekommen.“ Sein Unternehmen entwickelt und plant Industrieanlagen und hat seit längerem geschäftliche Kontakte in den Irak.

Der Sprecher der irakischen Chemiefabrik berichtete, die Kidnapper hätten den Deutschen, die in einer Kaserne gewohnt hätten, am Morgen auf dem Weg zur Arbeit aufgelauert. Die Entführer seien in zwei Fahrzeugen vorgefahren und hätten Uniformen der irakischen Nationalgarde getragen. Sie zwangen die Deutschen, aus ihrem Auto auszusteigen, fesselten ihnen die Hände. Dann hätten sie die Ingenieure in die Kofferräume der beiden Autos geworfen und seien davongefahren.

Die zwei Ingenieure seien mit einem weiteren deutschen Kollegen und einem Iraker unterwegs gewesen, sagte der Sprecher Firma weiter. Den dritten Deutschen hätten sie verschont, weil sie ihn für einen Araber gehalten hätten. Die Polizei hatte zunächst berichtet, die Entführer hätten traditionelle irakische Kleidung getragen.

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