Zwei Jahre Lagerhaft
Schwede wirft Guantanamo-Wachleuten Folter vor

Schwere Foltervorwürfe gegen die amerikanischen Bewacher im US-Gefangenenlager Guantanamo hat ein 25-jähriger Schwede erhoben. Der Mann war selber zweieinhalb Jahre in dem Lager gefangen. Die USA wiesen die Anschuldigungen zurück.

HB STOCKHOLM. Mehdi Ghezali, Sohn algerischer Einwanderer, berichtete in der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“ und im Rundfunk am Mittwoch von extremen Quälereien, die ihm während seiner Lagerhaft zugefügt worden seien. Bei seinen Vernehmungen sei er in einem dafür eingerichteten Raum über Stunden hinweg frostiger Kälte ausgesetzt worden. Seine Peiniger hätten ihn außerdem mit dauerhaftem Schlafentzug, ununterbrochener starker Beschallung und Schmerzen erzeugenden Fesselungen gequält. Unter den körperlichen Folgen leide er noch jetzt.

„Sie haben mich in ein Vernehmungszimmer gesetzt und haben diesen als Kühlschrank benutzt. Sie haben die Temperatur auf Minusgrade geschaltet, so dass es schrecklich kalt wurde, und man dort mehrere Stunden lang frieren musste - zwölf bis 14 Stunden musste man dort ausharren -, angekettet“, berichtete Ghezali. Er war am 8. Juli auf Druck der schwedischen Regierung aus der Lagerhaft freigelassen worden.

„Sie haben mich auf den Boden gezwungen mit gefesselten Füßen. Dann haben sie mir die Handfesseln abgenommen, haben mir die Arme unter den Beinen durchgezogen und die Hände erneut gefesselt. Ich konnte mich nicht mehr rühren.“ Nach einigen Stunden in dieser Zwangshaltung seien die Füße angeschwollen, die Schmerzen hätten seinen ganzen Körper durchzogen. „Am schlimmsten waren sie im Rücken und an den Beinen.“ In der Dunkelhaft hätten die Aufseher ihn mit grellen Lichtblitzen erschreckt, durch ständigen Zellenwechsel und Dauerbeschallung sei er systematisch am Schlafen gehindert worden.

Vergleichbare Praktiken amerikanischer Soldatinnen und Soldaten, die aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib berichtet wurden, hatten erst kürzlich weltweit Schlagzeilen gemacht.

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