Zwei Jahre nach Ende des Libanonkrieges
Gefangenenaustausch: Trauer in Israel, Freude im Libanon

Das letzte Kapitel des Libanonkrieges ist geschlossen: Fast genau zwei Jahre nach dem Ausbruch des Krieges haben Israel und die Hisbollah-Miliz Gefangene und die sterblichen Überreste von rund 200 Menschen ausgetauscht. Darunter auch die beiden toten israelischen Soldaten, deren Entführung den Krieg auslöste.

HB TEL AVIV/BEIRUT. Mit dem Austausch von Gefangenen und sterblichen Überresten von rund 200 Menschen haben Israel und die Hisbollah-Miliz das letzte Kapitel des Libanonkrieges geschlossen. Zwei Jahre nach dem Waffengang übergab die Hisbollah am Mittwoch am Grenzübergang Rosch Hanikra die beiden toten israelischen Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser. Deren Entführung am 12. Juli 2006 hatte den Libanonkrieg ausgelöst. Im Gegenzug ließ Israel den Top-Terroristen Samir Kuntar sowie vier Hisbollah-Kämpfer frei. Außerdem sollten die Leichen von 199 Libanesen und Palästinensern übergeben werden.

Dem in Israel sehr umstrittenen Austausch waren monatelange schwierige Verhandlungen unter deutscher Vermittlung vorausgegangen. Während in Israel Betroffenheit und Trauer wegen des Todes der beiden Soldaten vorherrschten, gab es im Libanon unverhohlenen Jubel vor allem wegen der Freilassung Kuntars.

Die Angehörigen der beiden toten israelischen Soldaten dankten dem von den Vereinten Nationen beauftragten deutschen Vermittler Gerhard Conrad für dessen Bemühungen. Die Angehörigen hätten sich mehrmals heimlich mit ihm getroffen, sagte ein Sprecher der Familien, Schmulik Elgrabli, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Bundesregierung würdigte den Austausch als politisch und humanitär wichtigen Schritt. Zugleich bedauerte Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin zutiefst, dass die beiden israelischen Soldaten tot sind. Steg sprach den Familien sein Mitgefühl aus.

Die fünf freigelassenen Libanesen wurden auf Heimatboden mit großem Bahnhof empfangen. In der libanesischen Grenzstadt Nakura wurden sie von tausenden Hisbollah-Anhängern begrüßt worden, die sie mit Marschmusik und Ehrengarde feierten. Kuntar hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Jeans und graues Sweatshirt gegen eine Militäruniform getauscht.

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